Das Gänseblümchen (Bellis perennis)


Nur vielleicht ganz kompromisslose Freunde des englischen Rasens sehnen sie nicht schon herbei, die, die endlich ein Ende von Kälte, Dunkelheit und Winter versprechen. Die auch Tausendschön oder Sonnenblümchen genannten Korbblütler, die als eine der ersten blühenden Frühlingsboten unser Herz erfreuen. 

Von den ungefähr 15 Arten im Mittelmeerraum, kommt lediglich Bellis perennis in Mittel- und Nordeuropa vor.  Da das Gänseblümchen als Lebensraum weite gemähte Wiesenflächen mit nährstoffreichen Böden bevorzugt, findet die richtig starke Verbreitung der Himmelsblume bei uns erst seit der Schaffung von Parks und Gärten mit Rasenflächen statt. Von Mitteleuropa trat es dann durch die Hilfe des Menschen seine Reise nach Nord- und Südamerika, Madeira und Neuseeland an.
Oft einfach als „Verunreinigung“ im Rasensamen.

Normalerweise verbreitet sich das mehrjährige Gänseblümchen ziemlich speziell durch Regen, Regenwürmer und Weidevieh. Durch all diese natürlichen Einwirkungen werden die Achänen, das sind Nüsschen, die sich bei bestäubten Blüten aus dem Fruchtknoten entwickeln, verbreitet. Bestäubt werden die Gänseblümchen, die von Februar bis November blühen, von Bienen, Hummeln und auch Fliegen.  
Als sogenannte Speicherpflanze übersteht es den Winter problemlos unter dem Schnee und wartet auf dessen Verschwinden.
Dann können sofort wieder die ersten Blüten ausgetrieben werden.

Für den Menschen war die kleine Pflanze mit ihren vielen Namen wohl schon immer ein Urbild für einfache, vollkommene natürliche Schönheit.
So ist nicht nur das Zitat „Bedenk, dass das demütigste aller Gänseblümchen verführerischer ist als die stolzeste und glänzendste Dornrose, die uns im Frühling mit ihren durchdringenden Düften und ihren lebhaften Farben verlockt.“
 
von
Honoré de Balzac Ausdruck für die Wertschätzung durch den Menschen.
Und bereits am Ishtar-Tor, welches um 600 v. Chr. in Babylon erbaut wurde, findet sich eine sehr alte, 16-blätterige Form des Gänseblümchens als häufigstes gestalterisches Element.

Selbstverständlich fand die Mondscheinblume auch Einzug in die Volksmedizin. Neben blutreinigenden Eigenschaften soll sie auch traditionell bei Haut- und Lebererkrankungen helfen.  
Für unsere Vorfahren hatten die ersten grünen Pflanzen nach den Einschränkungen des Winters, eine besondere Bedeutung. So konnten endlich wieder frische Nährstoffe, Mineralien und Vitamine aufgenommen werden.
Dadurch erklärt sich sicherlich auch der Glaube, dass wenn man die ersten drei Gänseblümchen isst, die im Frühjahr zu
 
finden sind, man das restliche Jahr von Zahnschmerzen verschont bleibt.
Und was soll ich sagen?
Ich habe es letztes Jahr ausprobiert und hatte tatsächlich den restlichen Jahreskreis über nicht unter 
Zahnschmerzen zu leiden. Vielleicht versuchen Sie es, selbstverständlich ohne Gewähr und wenn sie unter keiner Korbblütlerallergie leiden, auch einmal.
Man weiß ja nie!

Mehr über das Gänseblümchen können Sie am
Bayern plus, dem Digitalsender des Bayerischen Rundfunkes erfahren.

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Das Süßkraut (Stevia rebaudiana)

Diese südamerikanische Pflanze aus der
Familie der Korbblütler, wird auch Süßblatt oder Honigblatt genannt. Beheimatet im Grenzgebiet zwischen Paraguay und Brasilien wird Stevia seit Jahrhunderten von der indigenen Bevölkerung als Süßungs- und Heilmittel verwendet. Vor Ort wird damit überwiegend der einheimische Mate-Tee gesüßt und Rauchtabak aromatisiert.
Von Europäern wurde die bis 100 cm hochwachsende Pflanze erst 1887 entdeckt. Erst seit einigen Jahren hat die krautige, nicht frostharte, wärmeliebende Pflanze mit den 2 – 3 cm
langen Laubblättern Einzug in heimische Gartencenter gefunden. 

Sie enthält verschiedene Steviolglykoside, deren Zusammensetzung in jeder Pflanze individuell ist. Daraus folgen jeweils ein etwas unterschiedlicher Geschmack und eine unterschiedliche Süßkraft. Je höher der Anteil an Rebausiosid-A, umso zuckerähnlicher
(kein bitterer Bei- oder Nachgeschmack) ist der Geschmack.
Dies macht eine Standardisierung sehr schwierig und da die Süßkraft von Stevia ungefähr dem 300-fachen von Zucker entspricht ist eine Dosierung nicht einfach. Besonders wo Zucker als Volumenmenge eingesetzt wird, wie beim Backen.

Die Süße wird sehr unterschiedlich wahrgenommen und wirkt bei Überdosierung schnell bitter.  Das Steviolglycosid  ist als E 960 bei uns seit dem 02.12.2011 als Lebensmittel zugelassen und die Industrie bietet entsprechende Produkte als Pulver, Tabs und Flüssigkeit an. In Japan ist es seit 35 Jahren auf dem Markt und ist dort in Pulverform mit einem Marktanteil von 50 % das Süßungsmittel Nr. 1.

Die Guarani-Indianer in Paraguay verwenden Stevia seit langem als Heilkraut. Hier findet das Süßblatt Anwendung bei Entzündungen und Geschwüren und innerlich bei Durchfall, Cholera, Asthma und Bronchitis helfen. 

In den westlichen Ländern erhofft man sich durch den Einsatz von Stevia positive Auswirkungen bei Übergewicht und Diabetes, da damit praktisch kalorienfrei gesüßt werden kann. So bieten die großen amerikanischen Getränkekonzerne bereits erste Produkte an. Natürlich mit Hinweis auf die pflanzliche (green !) Herkunft.

Von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) wurden, da noch keine Langzeitstudien vorliegen, allerdings tägliche Höchstgrenzen für den Verzehr festgelegt. So sollen nicht mehr als  4 mg pro kg Körpergewicht an Steviolglykosiden aufgenommen werden.  Das bedeutet, ein Mensch mit 65 kg Körpergewicht darf ca. 80 g Zucker täglich durch Steviolglykoside ersetzen.

Der Selbstversuch hat gezeigt, dass die Anwendung nicht ganz einfach ist und Stevia auch nicht jedem schmeckt.
Einfach mal ausprobieren!

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Gewöhnlicher Wacholder
 
(Juniperus communis)

Der immergrüne, säulenförmige, aufrechte
Strauch, der den Zypressengewächsen zuzuordnen ist,
  hat nadelförmige, stechende Blätter und ist fast in ganz Europa verbreitet. Der Baum des Jahres 2002, der angeblich bis 2000 Jahre alt wird, liebt magere, trockene Böden, ist aber sehr anpassungsfähig.

Der deutsche Name Wacholder ist etymologisch nicht genau zu deuten.
Die niederdeutsche Bezeichnung „Machandelbaum“ ist bei uns natürlich nicht so verbreitet wie der
bayrisch-österreichische Name „Kranewitt“.

Ein Wacholderschnaps ist also in Österreich unter dem Namen „Kranewitter“ erhältlich.


Hier sind wir nun schon bei einer der Hauptverwendungsmöglichkeiten der essbaren Beeren des Wacholders. Geerntet werden sie im 2. Jahr nach der Blüte, sind sehr würzig und nicht nur beim Menschen beliebt. Auch Vögel wie die Wacholderdrossel finden sie ganz wunderbar und sorgen so durch die Ausscheidung der Kerne für die Verbreitung der Art.
Der Mensch gibt die Beeren gerne in Liköre oder gleich als starker Aromat bei der Schnapsherstellung dazu. Gin, Genever oder Steinhäger wären ohne die würzige Beere nicht denkbar.
Auch im Sauerkraut oder als Beigabe zu Sauer- oder Wildbraten findet die getrocknete Gewürzbeere Verwendung.
Genauso wichtig ist sie bei der Herstellung von geräucherten Fisch oder Fleisch. Im zerstoßenen Zustand wird sie auch Pökelmischungen beigegeben.
Das ebenfalls sehr aromatische Holz kann in Form von Spänen den üblichen Räuchermehlen zur Geschmacksabrundung beigefügt werden.

Volksmedizinisch findet Wacholder eine breite Anwendung. Er wirkt verdauungsregulierend, harntreibend und blutreinigend. Unterstützend soll er daher auch bei Rheuma- und Gichttherapien helfen. Seine antimikrobielle Wirkung steht bei einem Einsatz gegen Harnwegsinfektionen und Mundgeruch im Vordergrund.  

Allerdings sollen keine Wacholderpräparate bei Schwangerschaft oder Nierenschäden eingenommen werden.

Der Wacholder ist insgesamt ein
Gewächs, das für die Menschen
wohl schon immer eine große Bedeutung hatte. Bereits in der germanischen Mythologie spielte er eine große Rolle. Wacholderzweige dienten als Opfergaben und Tote wurden auf Wacholderholz verbrannt.

Viele Leute glauben noch heute, dass es Unglück bringt, einen Wacholder abzusägen oder ganz zu entfernen.
Bekannt ist auch der Brauch, vor dem Busch den Hut zu ziehen.

Seine positive Kraft sehen viele auch durch das Alter der „Queen Mum“ bestätigt. Der Mutter der heutigen Königin von England wurde nachgesagt, jeden Tag ein Gläschen Gin zu trinken.

Und sie wurde immerhin fast 102 Jahre alt.

Mehr Interessantes gibt es auf Bayern plus, dem Digitalsender des Bayerischen Rundfunkes nachzuhören: www.br.de

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Gewöhnlicher-Pastinak
(Pastinaca sativa
)

 

Dieser hervorragend schmeckende
Doldenblütler steht seit langer Zeit nicht nur auf unserem Speiseplan. In der Wildform als Wiesen-Pastinak wird er von Haarwild und Schafen sehr geschätzt.
Daher kommen auch die Namen Hirsch- und Hammelmöhre.

Als von Juli bis September blühende Ruderalpflanze kommt er gerne in Wiesen, Böschungen und Unkrautfluren vor. Er liebt oft kalk- und stickstoffhaltigen Boden und verströmt einen angenehmen intensiven süßlichen Duft, der etwas an wilden Fenchel erinnert.

Schon früh wurde die „Germanenwurzel“, eines der Lieblingsgemüse der alten Römer zur Gemüse-Pastinake gezüchtet. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts gehörte die Welsche Petersilie wegen ihrer geringen Krankheitsanfälligkeit zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln in Deutschland und Österreich. Sie wurde dann allerdings leider von der Kartoffel und der Gelben Rübe verdrängt.

In den angelsächsischen und skandinavischen Ländern, sowie Frankreich und Ungarn blieb sie die ganze Zeit über als Gemüse und Würzpflanze beliebt. Zum Glück findet sie seit einigen Jahren im Zuge der Verbreitung der ökologischen Landwirtschaft auch bei uns wieder zunehmende Verbreitung.

Der Pastinak enthält neben ätherischen Ölen, Vitamine und zahlreiche Mineralstoffe, wobei hier das Kalium im Vordergrund steht. Auf den menschlichen Körper wirkt er verdauungsfördernd, harntreibend, schlaffördernd und stärkend.

Bei diesem tollen Gemüse sollten allerdings nicht die medizinischen sondern überwiegend die kulinarischen Einsatzmöglichkeiten gewürdigt werden.

Von der Pflanze ist alles zu verwenden.
Von April bis Juni sind die essbaren Blätter, die Triebspitzen und die Stiele eine wunderbare Zutat für jeden Salat. Die Blüten und Knospen eignen sich wunderbar als Deko oder Würze für Salate und Gemüse. Gleiches gilt für die Samen, die auch eingelegt in Spirituosen diesen ein feines Aroma verleihen können.
Im Mittelpunkt der kulinarischen Verwendung stehen aber natürlich die Wurzeln. Sie lassen sich wie Gelbe Rüben verarbeiten. Man kann sie kochen und backen oder zu einem Püree verarbeiten. Ein Genusshöhepunkt ist aber selbstverständlich eine feine cremige Pastinakensuppe.
Hier kommt der interessante mehrschichtige Geschmack sicherlich am besten zur Geltung.

Ja und, wie schmeckt sie nun, die Pastinake?
Sie ist süßlich-würzig, teilweise ein bisschen herb und erinnert an Gelbe Rüben, Petersilienwurzel und Sellerie. Der Samen ist süß und scharf und bringt noch zusätzlich eine Anisnote ins Spiel.
Einfach wunderbar!

Und hier geht´s zur Pastinakensuppe: Rezepteseite.

Sie wollen noch ein bisschen mehr über die Pastinake erfahren,
dann können Sie hier bei:
Bayern plus, dem Digitalsender des Bayerischen Rundfunkes (www.br.de)
nachhören.







Gemeine Schafgarbe
(Achillea millefolium)

 

Fast bei keiner anderen Pflanze gilt der lateinische Spruch
„nomen est omen“  so sehr, wie bei der Schafgarbe.
Ihre lateinische Bezeichnung „Achillea“ weist für den Korbblütler sofort den Weg auf den griechischen Sagenhelden Achilles, der damit seine Wunden behandelt haben soll. Dieses Wissen, dass er angeblich von seinem Lehrmeister, dem Kentauren Chiron vermittelt bekam, scheint auf alle Fälle sehr, sehr alt zu sein.

Die in der, in ganz Eurasien verbreiteten, Schafgarbe enthaltenen ätherischen Öle wirken schleimlösend und ganze blühende Pflanzen finden als Bitter-Tonika Anwendung bei Verdauungsstörungen und Koliken. Aber Vorsicht: Die Öle können bei empfindlichen Menschen eine Kontaktallergie (Korbblütlerallergie) auslösen.

Generell wird den Blüten und Blättern aber eine entzündungshemmende, blutstillende und beruhigende Wirkung zugeschrieben. Wie fast alle Bitterstoffe enthaltenden Pflanzen wirkt sie verdauungsfördernd und soll gegen Appetitlosigkeit und Magen-Darm-Problemen helfen.

Durch ihre bis zu 90 cm langen Wurzeln wirkt die Schafgarbe bodenfestigend und sie gilt bei Gärtnern auch als Kompostbeschleuniger.

Die auch als „Augenbraue der Venus“ bezeichnete, aromatisch duftende und von Juni bis Oktober blühende Färberpflanze hat im Garten noch durchaus weitere positive Eigenschaften. So soll sie durch Wurzelausscheidungen schwächliche Nachbarpflanzen stärken.

In der Küche finden nur die zarten Blätter und frischen Blüten Verwendung.

Die Blätter bereichern jeden Salat und jede Kräuterbutter, können aber auch als Gemüse zubereitet werden.
Auch eingearbeitet im Nudelteig oder als Einlage mit den Blüten in einen Essig oder Kräuterlikör sind sie oder ihre Aromen sehr schmackhaft.

Mit den essbaren Blüten lassen sich ganz wunderbar Zucker und Limos aromatisieren. Kleingehackt als Gewürz bereichern sie manche Speisen.

Also wieder einmal eine Pflanze die jeder schon einmal gesehen hat, schön anzusehen ist, interessant duftet und egal ob Gärtner oder Gourmet, für jeden durchaus das Leben bereichern kann.

... und wenn Sie mehr wissen wollen.
Können Sie auf Bayern plus, dem Digitalsender des
Bayerischen Rundfunkes
nachhören.
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Falls Sie Appetit bekommen haben - bitte diesem Link folgen:
Rezepteseite.





Gewöhnliche Nachtkerze

(Oenothera biennis)



Obwohl sie in Europa eigentlich zu den Neophyten zählt, wird der Gelbe Nachtschatten wegen seiner inzwischen sehr weiten Verbreitung, als heimische Pflanze wahrgenommen. Ursprünglich in Nordamerika beheimatet, wurde sie Anfang des 17. Jahrhunderts nach Europa eingeführt.

Einmal da, sorgte die Vielzahl der Blüten (bis zu 120 Stück pro Trieb) mit ihren nur ein Tausendstel schweren Samen für eine massive Verbreitung durch Wind oder Tiere. Bereits 1766 wurde der
Stolze Heinrich in Brandenburg als weit verbreitetes Unkraut beschrieben. Da  das Schinkenkraut einfache, aber kalkhaltige Böden bevorzugt, ist es besonders an Bahndämmen, Kanalufern, Wegrändern, Sand- und Kiesgruben zu finden.
 

Die zweijährige, krautige Pflanze wurde schon von den nordamerikanischen Ureinwohnern als Heilpflanze verwendet. Am bekanntesten ist das Nachtkerzenöl, das aus den Samen gewonnen wird. Das fette Öl, in dem bis zu 80 % ungesättigte Fettsäuren enthalten sind, wird innerlich bei Neurodermitis und Wechseljahrsbeschwerden eingesetzt. Besonders wertvoll  dabei, ist die bis zu einem Viertel darin vorkommende  Gamma-Linolensäure. Diese essenzielle mehrfach ungesättigte Fettsäure ist in Pflanzen nur sehr selten zu finden und deshalb für den Menschen von großer Bedeutung. Dem teuren Öl wird zudem noch eine entzündungshemmende (in Hautcremes) und allgemein positive Wirkung auf das Immun- und Hormonsystem zugeschrieben.

Zur Gewinnung des Öls ist allerdings der Anbau in einer landwirtschaftlichen Kultur nötig. Einzelne Vorkommen in Bauerngärten bringen keinen nutzbaren Ertrag.

Ihr Name Schinkenkraut oder Schinkenwurz kommt von der Verwendung in der Küche.
Durch das Garen werden die Wurzeln rot und können, wenn sie vor dem Blütenrieb geerntet werden, als Gemüse wie Kartoffeln verwendet werden. Das Schöne für den Feinschmecker an der gewöhnlichen Nachtkerze ist, dass sie uneingeschränkt essbar ist und dies auch für alle mitteleuropäischen Nachtkerzenarten gilt. Es sind also der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Ob die jungen Blütenstengel als Pfannengemüse, die Knospen in Öl eingelegt als Antipasti oder die Blüten selbst als Deko oder kandiert als hübsche Süßigkeit gereicht werden, alles schmeckt sehr gut.

Und wenn man jetzt keine Lust zum Kochen hat – eine blühende Nachtkerze ist in ihrer gelben Pracht auch einfach nur ein Fest für die Augen.

Sie wollen noch mehr über die Nachtkerze erfahren?
Dann können Sie hier den Beitrag zur Sendung vom 02. August 2011 bei Bayern plus, dem Digitalsender des Bayerischen Rundfunkes nachhören.
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Und hier gibt es ein Rezept für einen sommerlich-frischen Nachtkerzenknospensalat: Rezepteseite





Die Königskerze (Verbascum spec.)



Die als Symbol für ein langes Leben
geltenden Königskerzen kommen je nach Art, als ein-, zwei- oder mehrjährige, krautige Pflanzen vor. Beliebte Standorte sind sonnige Waldschläge und Wegränder.

Wie zahlreiche andere alte Heilpflanzen, haben die Königskerzen verschiedenste, oft regional geprägte Namen. Dabei orientieren sich viele an der hohen (bis 1,5 m) Wuchsform (Kerzenkraut, Frauenkerze, Donnerkerze), während andere Namen auf ihre Verwendungsmöglichkeiten
abzielen.
So weist der Begriff „Fackelblume“ auf eine tatsächliche Verwendung als Fackel hin. Die Stängel wurden in Wachs, Harz oder Pech getaucht und als Fackel benutzt.

Die größte Bedeutung für den Menschen hatte die Wundblume schon seit alten Zeiten als Heilpflanze. Als tatsächliche Wundblume wurde die Königskerze bereits von Hippokrates beschrieben, der sie zur Wundversorgung benutzte.
Besonders wurden
  die Blüten später in Hausrezepten bei Erkrankungen der Atemwege in Brusttees verwendet. 
Hildegard von Bingen erwähnte sie in ihrer „Causae et curare“ und in der „Physica“. Auch dabei wird sie als Mittel gegen Lungenschmerzen und Erkältungskrankheiten beschrieben.
Wichtig dabei ist auch die beruhigende Wirkung der Pflanzenstoffe. Diese wird bereits von Hippokrates und Dioskurides als außerordentlich hervorgehoben und Hildegard setzt sie bei
„traurigem Herz“ (Herzschmerz) ein.

Auf einen ganz anderen Einsatzbereich der in der Pflanze enthaltenen Saponine kam Aristoteles. Da diese für Fische giftig sein sollen, führt angeblich das Einstreuen von Königskerzensamen in ein Gewässer zu einer Beruhigung der Fische und würde so das Fischen deutlich erleichtern.

 Heute wird die Königskerze homöopathisch bei Atemwegserkrankungen und Neuralgien verwendet.
Zusammen mit Malve, Eibisch, Katzenpfötchen, Huflattich, Veilchen und dem Klatschmohn gehört die Königskerze zu den „sieben Brustpflanzen“.
Durch das sehr ausgewogene Verhältnis der Inhaltsstoffe
(Schleim- und Bitterstoffe, Saponine) erklären sich die auswurffördernde Wirkung und die angeblich sehr gute Heilwirkung bei Beschwerden der Verdauungsorgane.

Wissenschaftlich anerkannt finden die gelben Blüten Anwendung bei Katarrhen der oberen Atemwege.  Diese sind eines der teuersten Heilkräuter, da die Blüten nahezu gewichtslos sind.
Man pflückt nur die nach Honig duftenden Blütenkronen mit den Staubblättern ohne Kelch. 

In der Küche kann man neben den Blüten im April bis Juni auch die fruchtig-herb schmeckenden Blätter verwenden.

In Bayern ist die Marienkerze traditionell der Mittelpunkt des
an Maria Himmelfahrt (15.08.) gebundenen Kräuterbuschens.
Dieser Buschen wird als Schutz- und Hausapotheke genutzt.

Besonderen Schutz boten angeblich auch früher Amulette aus der Wurzel der Unholdskerze. Nämlich genau vor solchen Zeitgenossen und bösen Kräften allgemein. Dazu zählte durchaus auch eine ungewollte Empfängnis.

Man sieht, die Königskerze ist nicht nur eine wunderschöne, imposante Wildpflanze, sie ist auch eine medizin- und kulturhistorisch sehr bedeutsame Pflanze und sollte, da ihr auch eine Schutzwirkung vor Gewittern zugeschrieben wird,  in keinem Garten fehlen. 

Sie wollen mehr wissen?
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Und hier gibt es ein leckeres Rezept mit Königskerzenblüten: Rezepteseite.






Echtes Johanniskraut
(Hypericum perforatum)


Magische Zeiten stehen bevor. Fast keine andere Jahreszeit ist
so von Mystik umwoben wie die Zeit der Sommersonnenwende.
Die Sonne scheint am längsten und gibt ihre ganze Energie an die Pflanzen ab, welche jetzt ihre vollste Kraft haben.
Mittsommer wird praktisch in allen nördlichen Kulturen gefeiert und lässt sich als überliefertes Fest weit zurückdatieren. Historisch ist zwar kein keltisches Mittsommerfest nachweisbar, aber in Irland werden in der Mittsommernacht traditionelle Feuer am Hügel der Fee Aine entzündet. Schon für die Menschen der Jungsteinzeit hatte das Wissen um die Sonnenwende große Bedeutung, da danach das Jahr mit seinen Pflanzperioden eingeteilt werden konnte.

Seit dem 12. Jahrhundert sind die sog. „Johannisfeuer“ belegt, die nach „Johannes dem Täufer“ benannt sind, welcher angeblich am
24. Juni geboren wurde. Die Feuer sollen Hagel und böse Dämonen abwehren, die Krankheiten oder Viehschäden hervorrufen.
Gleichen Namensursprungs ist unser echtes Johanniskraut, das um diese Tage zu blühen beginnt. Die große Ehre, die ihm damit zuteil wurde, schließlich feiert die katholische Kirche den Johannistag als Hochfest, ist mehr als gerechtfertigt.

Das herb-aromatisch schmeckende Kraut ist sowohl in der Küche als auch besonders im arzneilichen Bereich zu verwenden. Die essbaren Blätter und Triebspitzen können als Würze für Tee, Bitterliköre, Bier und Schnaps oder im Frühjahr als Zutat für Salate, Suppen und Eintöpfe verwendet werden.

Das echte Johanniskraut ist die am weitesten verbreitetste Art seiner Gattung in Europa und kommt in der freien Natur oft als Pionierpflanze an Waldrändern, Magerwiesen oder Schotterbereichen vor.

Wegen seiner für die Arzneimittelherstellung wichtigen Inhaltstoffe wie Hypericin, welches antiviral wirkt und daher auch gegen HIV eingesetzt wird, ist der kommerzielle Anbau inzwischen auf über
630 Hektar in Deutschland angewachsen. Im sonstigen landwirtschaftlichen Bereich wird es allerdings mehr als „Unkraut“ eingestuft.
Volksmedizinisch gilt das Johanniskraut als echte Wunderpflanze. Die ihm zugeschriebene Wirkungsvielfalt reicht von antidepressiv, über Linderung von Angst und Erschöpfungszuständen und reicht schließlich bis zur Heilung und Abmilderung von Sportverletzungen, offenen Wunden und Wechseljahresbeschwerden. Es wird in der Regel als Tee oder Tinktur verwendet, kann aber auch in Form des sogenannten Rotöls zum Einsatz kommen. Dieses Öl wird durch den Vorgang der Mazeration gewonnen, bei dem die Blüten des Johanniskrauts über einen längeren Zeitraum in naturreine Öle eingelegt werden. Anwendung findet das Rotöl besonders äußerlich zum Einreiben bei Verstauchungen, Gicht, Hexenschuss und ähnlichen Beschwerden.


Insgesamt ist allerdings bei der Anwendung von Johanniskraut Vorsicht geboten.
Johanniskrautzubereitungen erhöhen die Lichtsensibilität der Haut. Während Schwangerschaft und Stillzeit von der Verwendung absehen, da Johanniskraut früher als Abtreibungsmittel verwendet wurde!
Zudem kann es bei einer unkontrollierten Einnahme zu Wechselwirkungen mit sonstigen Medikamenten kommen. In Irland sind Johanniskrautpräparate daher seit einigen Jahren verschreibungspflichtig!

Mehr zum Johanniskraut können Sie auf Bayern plus, dem Digitalsender des Bayerischen Rundfunkes nachhören.
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Und hier gibt es zu "Kräuterhelfern aus alter Zeit":
Rezepteseite.



Gundermann (Glechoma hederacea)



Genau jetzt ist die richtige Zeit sich
auf die Suche nach dem, nur auf den ersten Blick unscheinbaren, Kräutchen namens
Gundermann zu machen.

Man findet ihn bei uns sehr häufig unter Hecken, an Gebüschrändern und in Wiesen. Mit seinen langen Ranken sucht er sich seinen Weg zwischen anderen Pflanzen. Manchmal lugt er auch frech durch die Garteneinfriedung. So erhielt die Gundelrebe mancherorts auch den lustigen Namen
Guck-durch-den-Zaun“.

Seine nierenförmigen, wie lackiert glänzenden Blättern mit groben, netzartigen Blattadern, die sich als Pärchen gegenüberstehen verraten ihn. Auch seine blauvioletten, in den Blattwinkeln stehenden Lippenblüten sehen nicht nur wunderbar aus, sondern sie sind auch ein gutes Erkennungszeichen.
Sollte immer noch Unsicherheit bestehen, hilft es ein Blättchen abzuzupfen, es zwischen den Fingern zu zerreiben und zu riechen. Die enthaltenen ätherischen Öle überraschen mit einem harzig-aromatischen, minz- oder lakritzartigem Duft. Manche Menschen sagen auch, das Aroma erinnere sie an Ziegen. Es ist bei diesem Wildkraut wohl so: entweder man mag den Geruch, oder eben nicht!

Wie viele Pflanzen, die sich durch speziellen Wuchs, Duft oder anderen Eigenheiten hervortun, hat auch der Gundermann die Menschen schon seit langer Zeit fasziniert.
Sie bemerkten, dass dieses Pflänzchen gut bei nicht heilen wollenden Wunden und Magen-Darm-Beschwerden hilft. So ehrten sie ihn daher mit den Namen
Gundermann.
In diesem Wort findet sich der althochdeutsche Begriff „gunt“, der für Eiter oder eiterndes Geschwür steht.
Um die Wirksamkeit des Krautes zu erhöhen, sprachen es Kräuterkundige bei der Ernte rituell an:
Gundelrebe, der Herr hat Dir Gnad` gegeben!“
Auch wenn die, im bäuerlichen Leben sehr wichtige Kuh keine rechte Milch mehr geben wollte, erhoffte man sich Hilfe beim
Erdefeu. Schnell drei Gundelrebenkränzlein gewunden, je einen Strich durch die Kränze gemolken, einen Spruch aufgesagt, die Reben der Kuh zum Fressen gegeben und anschließend noch das Milchgeschirr mit Gundermann ausgerieben. Und schon sollte Alles wieder in geordneten Bahnen verlaufen.
Und tatsächlich fällt es aus heutiger Sicht nicht allzu schwer, Teile dieser Beobachtungen zu bestätigen, denn die Gerbstoffe des Heil- und Zauberkrautes wirken entzündungshemmend und reinigend.

Erfreulich ist es, dass man die Gerb- und Bitterstoffe, das Vitamin C, die enthaltenen Falvonoide, ätherischen Öle und die weiteren wertvollen Stoffe der Donnerrebe auch Kulinarisch genießen kann.
Vor allem deftige Speisen bereichert sie mit ihrem unverwechselbaren Aroma.
So sollte der
Gundermann in keiner Gründonnerstagssuppe fehlen und jede Kräuterbutter zur Eröffnung der Grillsaison wird mit ihm zum Hochgenuss.

Zum Rezept für eine "Wilde Kräuterbutter" geht´s hierlang:
Rezepteseite.

Mehr Interessantes zum aromatischen Gundermann gibt´s auf
Bayern plus, dem Digitalsender des Bayerischen Rundfunkes
zum Nachhören: www.br.de





Garten-Schaumkraut auch
Behaartes-Schaumkraut

(Cardamine hirsuta)

Der teilweise bereits im Vorfrühling blühende Kreuzblütler ist in unseren Gärten weit verbreitet. Das Gartenschaumkraut wird trotz seiner eleganten Erscheinung, wie viele Wildkräuter, als „Unkraut“ angesehen und bekämpft. Dabei empfiehlt es sich gerade bei ihm, es kulinarisch zu verwerten.

Die auch als Vielstängel-Schaumkraut bezeichnete Frühjahrspflanze hat wie viele der zu dieser Zeit vorkommenden ersten Blüher, einen hohen Vitamin-C-Gehalt. Dadurch stellt es nach einem langen Winter eine sinnvolle Nahrungsergänzung dar. Das Gartenschaumkraut ist aber nicht nur gesund, es schmeckt auch sehr gut. Hier kommen die verwandtschaftlichen Beziehung zum Rucola deutlich hervor. Ein frisches kräftiges Brot mit Butter und einer Auflage aus Gartenschaumkraut ist einfach ein würziger Hochgenuss!

Der kräftige Geschmack kommt von den in der Pflanze enthaltenen Senfölglykosiden. Diese wirken sich neben den ebenfalls enthaltenen bereits erwähnten Vitamin-C, Bitterstoffen und Mineralstoffen positiv auf den menschlichen Organismus aus.
Dem Behaarten-Schaumkraut wird eine blutreinigende, harntreibende, verdauungs- und durchblutungsfördernde Wirkung zugeschrieben.

Wenn man die meist etwa
10 cm große, weiß blühende Pflanze sieht, stellt sich unwillkürlich die Frage, woher der Name „Schaumkraut“ kommt. Es ist an ihr nichts Schäumendes zu entdecken.
Als Bayer zieht man natürlich sofort eine Verbindung zum Bier und fragt sich, ob vor Einführung des Reinheitsgebotes das „Schaumkraut“ wohl zu dem bunten Potpourri von Pflanzen gehörte, die die damaligen Brauer ins Bier geworfen haben. Dies wird allerdings von der Wissenschaft nicht bestätigt.

Als mögliche Erklärungen für den Namen wird auf das verwandte Wiesen-Schaumkraut verwiesen. Hier heißt es, dass der Name „Schaumkraut“ entweder von der Vielzahl der Blüten auf den Wiesen, der wie Schaumkronen wirke, komme, oder er wird der Wiesen-Schaumkrautzikade zugeschrieben.
Diese lebt auf der Pflanze, legt dort auch ihre Eier ab und umgibt diese mit einer Art Schaum, der den heranreifenden Nachwuchs vor Feinden schützen soll.

Der pure Genuss erwartet Sie hier: Rezepteseite.



 



Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)

Kaum wärmt die Sonne den noch winterlich kalten Boden, schon   beginnt es im Februar an warmen, geschützten Stellen zu grünen.  Kleine rundliche-herzförmige, glänzende Blättchen erscheinen oft  in großen Massen an feuchten, nährstoffreichen Stellen unter Hecken und Büschen.


Etwas später beginnen zu unserer Freude hübsche gelbe Blüten zu blühen. Wie kleine Sternchen leuchten sie aus dem grünen Blättermeer. Nun ist klar, der Winter hat keine große Chance mehr.

Auch unsere Vorfahren fieberten den ersten Frühlingspflänzchen entgegen, aber nicht nur rein aus Freude am Schönen. Denn die Erfahrung hatte ihnen gezeigt, der Genuss von Frühlingskräutern  weckt ganz einfach die Lebensgeister und hilft gegen Krankheiten!
In früheren Zeiten war Skorbut ein großes Problem.                    Diese Vitamin C-Mangelkrankheit betraf nicht nur Seefahrer auf langen Reisen, sondern auch die ländliche Bevölkerung während der Wintermonate. Die Folgen des Mangels manifestieren sich erst nach Monaten und äußern sich dann unter anderem in Knochenschmerzen, Muskelschwund, Zahnfleischbluten und Zahnverlust.
Der Name des Mangels leitet sich vom niederländischen „scheurbut“ ab. Eindringlich beschreibt er die Symptomatik, denn „but“ bedeutet Knochen und „scheuren“ steht für das Reißen.
Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus das deutsche Wort „Scharbock“ oder „Skorbut“.

Jetzt ist der Schluss nicht schwer, warum das Scharbockskraut den Namen Scharbockskraut trägt.
Es enthält, wie übrigens auch viele andere Frühlings-Wildkräuter, sehr viel Vitamin C. Mit einem Vitamin C-Gehalt von durchschnittlich ca. 200 mg pro 100 g frischer Blätter, war es ein beliebtes und wirksames Mittel um den winterlichen Skorbut auszutreiben.

Und auch heute, ohne unter Skorbut zu leiden, hilft es uns die winterliche Trägheit abzuschütteln.

Ein frischer Salat oder Drink mit den entsprechenden Wildkräutern schmeckt nicht nur sehr gut, er tut uns auch sehr gut!

Wohl bekomm`s!


Einen erfrischenden "flüssigen Frühlingsgruss" gibt´s hier:
Rezepteseite.











Die Echte-Walnuss (Juglans regia)
oder die "welsche Nuss"


In Südeuropa, vor allem in Italien und Frankreich seit vielen Jahrtausenden heimisch, wurde die Welsche Nuss von dort gezielt nach Bayern eingeführt und  war alsbald ein absoluter Universallieferant einer Vielzahl von Menschen begehrten Materialien.

Egal ob als köstliche Essware, Grundstoff für hervorragende Brände und Geiste, Öllieferant, Färbemittel für Stoffe, Edelholzproduzent, Volksmedizin oder einfaches Mittel zur Haartönung – das Einsatzspektrum von Walnussprodukten ist schier unerschöpflich.   Ganz besonders dabei ist, dass wirklich alle Pflanzenteile verwendet werden können!

Wer kennt sie nicht, die Frucht des Walnussbaumes? Besonders so kurz nach Weihnachten. Dabei sollten sie nicht nur in Süßspeisen zum Einsatz kommen. Auch Deftiges, wie ein türkisches Hühnchen mit Walnüssen oder leckere Salate, garniert mit der Welschnuss sind nicht nur ein Augenschmaus.

Wenn man mehr von den reifen Früchten hat, lohnt es sich, daraus das hervorragende Öl zu pressen. Aus 50 kg trockener Früchte erhält man 10 l dieses sehr vitamin- und mineralstoffreichen Öles, welches, bei dunkler Lagerung für 12 Monate haltbar, jeden Salat krönt.

Die noch unreifen Früchte geben ihr unvergleichliches Aroma bei der Produktion von Likören oder veredelt als Nussgeist oder Nussbrand an den Alkohol ab. Auch sauer-scharf als Pickles eingelegt, versteht man, dass die  Walnuss gerade eine Renaissance in der feinen Küche erlebt.

Allerdings sollte man bei der Verarbeitung unbedingt Handschuhe tragen! Alle Teile des Baumes enthalten den färbenden Stoff Juglon. Dieser färbt Wolle genauso gut wie menschliche Haut. (Deswegen kommt Juglon auch in vielen Bräunungsmittel vor!) Grundstoff zur Haartönung sind z. B. gemahlene Schalen.

In der Volksmedizin kamen besonders bei  Hautentzündungen Blätterwickel und zur Blutreinigung Tees zum Einsatz.

Das Christentum hatte so seine Probleme mit der Nuss. Einerseits sehr geschätzt, da die grüne Fruchthülle, die harte Schale und  der süße Kern die Dreieinigkeit symbolisieren, wurde andererseits vor einer übersteigerten Sinnlichkeit gewarnt. Pfarrer, Mönchen und auch Rabbiner warnten vor dem im Walnussbaum wohnenden Teufel.

Als Fruchtbarkeitssymbol war die Walnuss schon bei keiner römischen Hochzeit wegzudenken. Unter dem Namen Jupiter`s Eichel spielte sie bei den Hochzeitsbräuchen eine wesentliche Rolle. Die Germanen weihten sie der Göttin der Liebe und des Erntesegens. 

Da der sonnige Lage liebende Tiefwurzler im Bestand in den letzten Jahren in Deutschland sehr zurückgegangen ist, wurde die Walnuss 2008 zum Baum des Jahres erklärt.

Wer in seinem Garten über genügend Platz verfügt, sollte darüber nachdenken, Weinachten nicht alle Nüsse selber zu essen, sondern vielleicht eine oder zwei im Garten zu vergraben.

Er wird viel Freude daran haben! 

Das Rezept für ein knuspriges Walnussbrot finden sie auf der Rezepteseite.




Die Gemeine-Mistel (Viscum album)       oder „auf den Leim gegangen

 

Wir sitzen gedrängt um den trauten Kamin,
es knattern die Brände, die Kohlen glühen.
Mit der Festzeit Laub ist das Haus bekränzt,
die Tanne duftet, die Stechpalme glänzt,
und vom Balkenknauf, weißbeerig sie,
lauscht die Mistel nieder, die Schelmin, die!


Ferdinand Freilingrath (1810-1876)

 

Wie das Gedicht zeigt, ist es noch keine 200 Jahre her, da gehörte zum Weihnachtsschmuck nicht nur die heute allgegenwärtige Nordmanntanne, sondern Pflanzen wie die Mistel, die schon seit alter Zeit für die Menschern eine „zauberhafte“ Bedeutung hatten.

Wer kennt nicht den Druiden Miraculix, der mit goldener Sichel die Mistel aus den heiligen Eichen schneidet um daraus einen Zaubertrank zu brauen. Tatsächlich galt die Mistel bei den Kelten als Allheilmittel gegen Krankheit, Gift und Unfruchtbarkeit.

Antike Heiler wie Hippokrates setzten sie gegen Schwindelgefühle, Epilepsie und Geschwüre ein. Die bekannteste deutsche Heilerin des Mittelalters, Hildegard von Bingenempfahl sie gegen Gicht und Brustkrankheiten.      Auch in der heutigen Zeit werden Mistelpräperate sehr erfolgreich in der Medizin eingesetzt. Sowohl bei der Stärkung des Immunsystems wie auch bei der Krebstherapie haben sie sich durchaus einen Namen gemacht. 

Die Mistel, die an sich in höheren Dosen giftig ist und in manchen Bundesländern unter Naturschutz steht, lebt als holziger, immergrüner Halbschmarotzer auf dem Holz von Bäumen. Mit ihrer Größe von 40 cm bis 1 Meter kann man sie besonders im Winter in den jetzt kahlen Bäumen entdecken.  Ihre weißen, kugeligen Früchte, die erst während des Winters reifen, haben ein klebriges Fruchtfleisch. Diese Konsistenz ist für die Vermehrung sehr wichtig, da es von den Vögeln ausgeschieden, an neuen Standorten kleben bleibt und dort neue Pflanzen wachsen können.

Für die „befallenen“ Bäume hat die keine größeren negativen Auswirkungen. Ausnahme sind dabei Obstbäume. Hier wird eine Ertragsminderung beschrieben. Die Klebekraft des Fruchtfleisches ist so groß, dass selbst heute noch zäher Leim daraus hergestellt wird.

Durch ihre, für unsere Vorfahren sehr „seltsamen“ Lebensweise, hatte die Mistel von jeher eine große mythologische Bedeutung.

Bei den Griechen war sie der magische Zweig, der die Tür zum Hades öffnete. Für die Kelten, war sie gar göttlichen Ursprungs, da diese glaubten, dass alles was auf einer Eiche wächst, vom Himmel gesandt und von Gott gesegnet war. Die Germanen dagegen sahen in der Mistel ein Zeichen für ein blutiges Verbrechen unter den Göttern.

Auf jeden Fall ist die Mistel fest im Brauchtum verankert. Da sie trotz winterlicher Kälte und Dunkelheit ihr grünes Laub behält, scheint sie sich so zu verhalten, als würden sie die Jahreszeiten nicht kümmern.

Besonders in den angelsächsischen Ländern ist sie noch heute ein beliebter Weihnachtsschmuck, der in fast allen englischen Privathäusern zu finden ist.                     („No Mistletoe, no luck!“) 

Lediglich anglikanische Kirchen dürfen mit ihr nicht geschmückt werden, da sie für die dortige Kirche noch heute als heidnisch gilt.

Immer noch aber soll ein Kuss unter einem Mistelzweig besonderes Glück und Fruchtbarkeit bringen. Somit gibt es eigentlich keinen Grund, dieser alten mythischen Pflanze nicht einen besonderen Platz in unseren warmen Winterstuben zu geben.   






Quitte (Cydonia oblonga)

                                                                                                                                            Wie duftet der Herbst?Nach fallenden und langsam vergehenden Blättern? Oder bereits nach dem ersten Schnee? Dick eingepackt in Lederjacke und Wollschal begegnet man auf einem herbstlichen Spaziergang immer wieder noch einem weiteren, außerordentlich verführerischen Duft.

Denn jetzt im Oktober und November reifen dieFrüchte des Quittenbaumes und betören mit ihrem Wohlgeruch. Wie kleine Sonnen leuchten die Quitten zwischen dem welkenden Laub aus so manchen Garten. Und genau dieser Duft verzaubert die Menschen schon seit Jahrtausenden.

Wo der erste Quittenbaum wuchs lässt sich heute nicht mehr zweifelsfrei feststellen. Man nimmt an, dass die ursprüngliche Heimat in Südwestasien lag. Von dort nahm die Quitte ihren Siegeszug in den westlichen Mittelmeerraum. Auf der griechischen Insel Kreta, genauer in Kydon – dem heutigen Chania, wurden die ersten Quittenbäume erstmals im Feldobstbau als Obstkultur gezüchtet. Die Stadt Kydon, der wissenschaftliche Name der Quitte leitet sich von ihr ab, war in der Antike berühmt für den Quittenanbau.                                                                                                  Dort lernten auch die Römer die wohlriechende Frucht kennen und lieben, brachten sie nach Italien und kultivierten sie erfolgreich an den Rändern ihrer Weinberge. Der Begeisterung der Römer am „Hesperidenapfel“ ist es geschuldet, dass wir Mitteleuropäer uns ebenfalls an ihr erfreuen durften. Denn die Römer brachten die Quitte in Folge ihrer Eroberungen über die Alpen. Mit der Zeit lernten auch die Menschen in den nördlicheren Gefilden die „Kitte“ kennen und fanden großen Gefallen ihr.

So gehörte sie früher zu den beliebtesten Obstarten. Erst die vielen Apfel- und Birnenneuzüchtungen der letzten Jahrhunderte lösten sie von ihrem Status als Lieblingsobst ab und die „Schmeckbirne“ geriet etwas in Vergessenheit. Allerdings lässt sich in den letzten Jahren ein kleines Revival des nicht nur historisch interessanten Bäumchens feststellen.

Nicht allein die Lust am Besonderen spricht für die Quitte, auch ihr an sich unkompliziertes Wesen. Grundsätzlich möchte die Wärme liebende und auch leicht frostempfindliche Pflanze einen sonnigen, nicht zu kalkhaltigen Platz. Wenn dann noch darauf geachtet wird, dass die Quitte nicht mit Staunässe und Überdüngungzu kämpfen hat, ist eine lange freudenspendende Gartenpartnerschaft gesichert.

Besonders schön macht sich der „Baumwollapfel“ auch als Solitärpflanze in der Nähe der Terrasse. So erfreut nicht nur der Duft im Herbst, sondern man kann auch die Blütenpracht im Frühjahr aus kurzer Entfernung bewundern.

Bei den antiken Griechen war es Brauch, dass die Braut bevor sie das Hochzeitsgemach betreten durfte, ein Stück roher Quitte kauen musste. Plutarch deutete das Ritual als Symbol für die Zwiespältigkeit der Ehe, einerseits der süße Quittenduft als Vorgeschmack der Ehe und dann der zusammenziehende, herbe Geschmack des rohen Quittenfleisches als Zeichen der ehelichen Leiden.

So ist es tatsächlich. Rohes Quittenfleisch ist nahezu ungenießbar. Gekocht oder gedünstet allerdings stellt es einen höchst aromatischen, fruchtigen Gaumengenuss dar. Bei der Zubereitung von Quitten ist zu beachten, dass als allererstes der haarige Flaum der Früchte mit einem Küchentuch abgerieben werden muss. Dann kann sie ungeschält, denn hier sitzen ein Großteil der duftenden ätherischen Öle, zu zahlreichen Leckereien verarbeitet werden. Sie schmeckt sehr gut sowohl in süßen wie in deftigen Gerichten.

Auch in der Heilkunde ist die sehr pektinreiche Frucht seit langer Zeit bekannt. Sie gilt unter anderem als krampflösend und verdauungsfördernd und wurde über viele Jahrhunderte hindurch bei Magenbeschwerden und Durchfall verordnet.                                             Bei Halsschmerzen wurde angeraten Quittenkerne wie Bonbons lutschen. Denn durch das Schlecken entsteht auf der äußersten Schicht der Kerne eine schleimige Substanz, die sich wie ein Schutzfilm über erkrankten Stellen legt und die Beschwerden lindert.

 Zu guter Letzt noch ein Tipp:                                          Legen sie ein paar reife Quitten in den Eingangsbereich oder ins Wohnzimmer und der ganze Raum wird sich mit ihrem unvergleichlichen Duft füllen.

Hier geht´s zum Quittenlikör: Rezepteseite




Echter-Dost (Origanum vulgare)

 

 „Baldrian, Dost und Dill –                                                und die Hexe kann nicht wie sie will!“

So reimten die Menschen früher zu Ehren des Dostes.                                                 Sie glaubten fest daran, dass das stark aromatisch duftende, auch Wilder-Majoran genannte Wildkraut den bösen Einfluss von Hexen und Teufeln abwehrt.

Es war daher in manchen Regionen Brauch einer Kuh, die gerade gekalbt hatte, in die ersten drei Eimer Wasser diese schützenden Kräuter zu mischen. Auch hängte man als Schutz gegen böse Geister getrocknete Dostbündel über die Türen von Haus und Hof.

Von den zauberbrechenden Eigenschaftendes Dostes berichten viele Märchen und Sagen Mitteleuropas.                                                       Beispielhaft dafür ist eine Erzählung aus dem Vogtland:                           „Eine Frau wollte aus dem kühlen, dunklen Keller Bier holen.                          Da hörte sie plötzlich aus einer finsteren Ecke eine unheimliche Stimme, die sich beschwerte – „Hättest nicht Dorant und Dosten, solltest`s Bierle nicht kosten!“ Denn glücklicherweise hatte die kluge Frau sich vorausschauend mit einem schützenden Kräuterbuschen bewehrt in die Kellergewölbe begeben. Sie konnte das gewünschte Bier besorgen und entkam unversehrt dem grantelnden Kellergeist.

Andere Legenden berichten, dass der behütende Dost mit anderen duftenden Kräutern dem Jesuskind als Streu in die Krippe gelegt wurde. Und natürlich ist er ein wichtiger Bestandteil des Kräuterbuschens der zu Maria Himmelfahrt am 15. August in der Kirche gesegnet wird.

Der Dost, auch Wohlgemutgenannt, war ebenso als Freudenbringer bekannt.                 Daher war er als fester Bestandteil in Brautsträußen zu finden. Man erzählt sich auch, dass er in manchen Gegenden Schnittern zur Erntezeit unter das Essen gemischt wurde, damit sie fröhlicher arbeiten sollten. Die alten Römer glaubten, dass seine freudenspendende Wirkung sogar die Toten erreichen würde und pflanzten deshalb das Kraut oft um ihre Gräber.

In alten Zeiten galt der Wilde-Majoran als nahezu universelles Heilmittel.                                                                                                Griechische Heilkundige setzten ihn gerne gegen Krämpfe und als Breipackung bei Wunden ein.                                                                          Auch Hildegard von Bingen hatte eine sehr hohe Meinung von ihm. Sie empfahl den Dost bei „Roter Lepra“ – juckenden Hautauschlägen und Ekzemen – in einer Kombination mit Andorn, Bilsensaft und Wein. Einem, aus heutiger Sicht, apothekenpflichtigem Rezept, das nur von Ärzten verordnet werden darf.

Die wohltuenden Eigenschaften des Wohlgemutes beruhen unter anderem auf einem relativ hohen Gehalt an ätherischen Ölen, Gerb- und Bitterstoffen. Sie helfen dem Menschen bei Appetitlosigkeit, wirken desinfizierend bei Wunden, krampflösend bei Verdauungsstörungen und schleimlösend bei Husten. In der Volksheilkunde wird bei Verdauungsbeschwerden ein Tee, oft gemischt mit Schafgarbenkraut empfohlen. Bei Bronchitis und Keuchhusten soll der Dost als Badezusatz kleine Wunder bewirken. 

Im Garten gepflanzt liebt der Dost, der eng mit dem Echten-Majoran, unserem Küchengewürz verwandt ist, einen sonnigen, gut drainierten Platz. Hier erfreut er mit seinem wunderbaren Duft nicht nur unser Gemüt, sondern lockt auch Bienen und Schmetterlinge an. So ist er auch unseren Gemüsen und Obstbäumen ein freundlicher Nachbar, der ihre Bestäubung fördert.

Die Alten hatten schon gut beobachtet, als sie den Dost als ein uns rundum wohlgesonnenes Wildkraut beschrieben.

Und lecker ist er auch!                                                                                          Wer sich davon überzeugen möchte, folge bitte diesem Link: Rezepteseite.






Echte-Katzenminze (Nepeta cataria)

 


Die aromatisch, zitronenmelisseartig duftende Echte-Katzenminze               (Nepeta cataria) ist in unseren Regionen an ihren geliebten steinigen und sonnigen Standorten nur noch sehr selten zu anzutreffen.                                             Die grau-grün belaubte, 40 bis 100 cm große Pflanze gilt daher als stark gefährdet und besonders schützenswert.                                            Bitte deshalb unbedingt von Wildsammlungen absehen!

Wunderbarerweise bieten jedoch Gärtnereien mittlerweile viele sehr attraktive Zuchtformen des, auch    Echter-Andorn genannten, Wildkrautes an.

Die Gruppe der Nepeta x faassenii mit ihren zarten blau-lila Blüten ergänzen inzwischen so manche Rosenrabatte. Sehr gut harmoniert die, auf dem ersten Blick unscheinbar wirkende, Schönheit auch mit Taglilien und Frauenmantel.    Sie gibt solch prachtvollen Blüten den passenden Rahmen.

Am Aussehen ihres Laubes kann man die bevorzugte Bodenbeschaffenheit der jeweiligen Katzenminzeart ablesen. Je grauer die Blätter wirken, umso karger, steiniger und trockener darf die Erde sein. Grünlaubigere Katzenminzen kommen auch mit nährstoffreichen, feuchten, jedoch nie nasse Standorte zurecht.

                                                                 Um die reizvolle Pflanze wieder mehr in das Bewusstsein der Menschen zu bringen wurde die Katzenminze vom                        „Bund deutscher Staudengärtner“ zur  Staude des Jahres 2010 gekürt.


Sie erfreute sich schon in der Antike großer Beliebtheit.  Zu Erkennen ist das an ihrem  lateinischen Namen Nepeta, der sich von der etruskischen Stadt Nepet - dem heutigen toskanischen Nepi - ableitet. Dort wurde die duftende Pflanze, so wird vermutet, schon vor Jahrtausenden kultiviert.

Kräuterkundige verschiedener Jahrhunderte, wie Walahfrid Strabo und Hildegard von Bingen verordneten sie unter anderem als Haarwuchsmittel und Hilfe gegen Skrofeln.

Zudem war man der Überzeugung der unverwechselbare Duft der Katzenminze vertreibe Schlangen; und so war sie häufig in Bauerngärten zu finden.

                                                                  Mittlerweile ist bekannt, dass das Pflänzchen u.a. ätherische Öle, Gerb- und Bitterstoffe beinhaltet. Dieser Kombination von Inhaltsstoffen werden beruhigende, verdauungsfördernde, harn- und galletreibende Eigenschaften zugeschrieben. Ein Tee aus Katzeminzeblättern soll mild euphorisierend wirken. In der Volksheilkunde findet die Katzenminze bei nervösen Störungen, Migräne, Frauenleiden und Verdauungsstörungen Anwendung.


Aber nicht nur die Menschen schätzen den Geschmack, Duft und Heilkraft des beschriebenen Kräutleins, sondern auch die Katzen lieben es.

Es ist immer wieder eine Freude zu beobachten, wie sie sich entspannt schnurrend in der Minze rollen, sich an ihr reiben, die Blätter ablecken und vernaschen. Ähnlich wie der Baldrian zieht, die nicht umsonst so genannte Katzenminze unsere Vierbeiner an.

                                     Ungeliebte Katzenkörbchen und ödes Diätfutter sollen mit einer kleinen Zugabe von Katzenminzeblättern zu einem unwiderstehlichen Erlebnis für Samtpfoten  werden.



Schon allein dieser Anblick wirkt, zumindest bei mir, beglückend – auch ohne Tee
!

Lust auf einen total entspannten sommerlichen Eistee?
Dann geht`s hier lang: Rezepteseite.










Wiesen-Klee (Trifolium pratense)


Die bemerkenswerte Gestalt des Kleeblattes hat durch alle Zeiten die Phantasie der Menschen bewegt.


Besonders natürlich, wenn man bedenkt, welches Glück es für den Finder bedeuten muß, auf einer großen Wiese ausgerechnet eine vierblättrige  Ausgabe  des Kleeblattes zu entdecken.                                                   Selbstverständlich bringt es nur Glück und Segen , wenn es zufällig entdeckt wird. Aktiv sein Glück zu suchen hilft hier gar nichts!                                                        Wird das Blättchen allerdings noch zu einer besonders magischen Zeit, wie Sonnenaufgang oder zu Johanni gefunden, sind der Wundertätigkeit angeblich fast keine Grenzen mehr gesetzt.


Speziell in Liebesdingen soll der vierblättrige Glücksklee helfen.  Heimlich in den Schuh oder Jackentasche des Menschen geschmuggelt, dessen Liebe man gewinnen will und schon nimmt das Glück seinen Lauf.  Sollte aber noch gar nicht so genau feststehen, wer denn der oder die Glückliche ist, einfach ein vierblättriges Kleeblatt unters eigene Kopfkissen legen und des Nächten von ihm träumen.


Das besondere Aussehen des Kleeblattes wurde auch immer wieder genutzt um den Menschen Zusammenhänge zwischen Himmel und Erde zu verdeutlichen.                                                                                                          So erklärte Sankt Patrick, der Apostel der Iren im 5. Jhd. bei seiner christlichen Missionierung der irischen Bevölkerung die  Heilige Dreifaltigkeit mit Hilfe eines Kleeblattes.                                                                                 Er sagte: „So wie die Blätter an einer Stelle entspringen und zusammen doch nur ein Blatt sind, so gehen von Gott drei Teile aus, untereinander gleichberechtigt, aber dennoch ein Ganzes bildend.“                                            Der Missionar verstand es wohl sehr überzeugende Bilder zu entwickeln.     Denn in Irland faßte das Christentum erstmals außerhalb des Römischen Reiches Fuß, der Klee entwickelte sich zum Wahrzeichen Irlands und auf der gesamten Welt wird mittlerweile der St. Patricktag am 17. März mit Umzügen von grün gekleideten Iren mit Kleesträußchen begangen.


Der Wiesen-Klee oder Rot-Klee hat neben seinen glücksbringenden Eigenschaften auch große Bedeutung für die Landwirtschaft.                        Seit dem 11. Jahrhundert wird er als hochwertiges Viehfutter genutzt.            Zudem haben die Bauern


bemerkt, daß der Klee bodenverbessernde Eigenschaften  birgt.  Bei Einführung der Dreifelderwirtschaft wurde oft Klee als Zwischenfrucht angebaut. Das in der Folge angesäte Getreide gedieh dann wesentlich besser. Grund hierfür ist eine Besonderheit der Schmetterlingsblütler, wie dem Wiesen-Klee. Sie leben mit luftstickstoff-bindenden Bodenbakterien in Symbiose. Auf diese Weise stehen ihnen mehr Nährstoffe zur Verfügung.


Nicht unbedeutend ist diese Pflanze zudem als Hummelweide                      Diese fleißigen Insekten bestäuben nicht nur die Kleeblüten, sondern sie kümmern sich auch in unermütlichem Einsatz um unsere Obstbäume;           selbst an kühlen und regnerischen Tagen, wenn die Bienen wetterbedingt im Stock bleiben.


In der Volksheilkundeist der Rot-Klee schon seit langer Zeit bekannt. Hildegard von Bingen empfahl ihn bei Husten und zur Blutreinigung.                Auch bei chronischen Hautentzündungen und zur Erfrischung müder Augen wurde er verwendet.


Jedoch erst seit Kurzem steht der Wiesen-Klee im Fokus der modernen Heilkunde. Vor allem bei Frauenleiden, wie Wechseljahrsbeschwerden oder hormonabhängigen Krebserkrankungen der Brust, Gebärmutter oder Prostata sollen die Phytoöstrogene des Rot-Klees erfolgreich helfen.


Bei vielen älteren Menschen ist der Wiesen-Klee noch alsZuckerbrot, Honigblume oderHerrgottsbrot bekannt.                                                    Warum?                                                                                                             Einfach eines der roten Blütenköpfchen mal naschen, dann ist alles klar!              Und schmeckt es nicht ganz so süß, waren die arbeitsamen Hummeln schneller.  Pech gehabt!


Lust auf mehr?                                                                            

Dann gibt´s hier ein feines Rezept: Rezepteseite.

 

         




 


Löwenzahn (Taraxacum officinale)



Wer kennt die Pflanze mit den mindestens 500 Volksnamen?

In manchen Landstrichen wird sie Maiblume, Kuhblume, Kettenblume, Laternenblume, Pusteblume, Bettsorcheroder Bettschissergenannt.

Alle Namen beschreiben sehr eindringlich die Eigenheiten des gesuchten Pflänzchens.
Sie erfreut uns im Mai mit ihrer prächtigen Blüte.       Im Bayerischen Oberland kleidet sie so ganze Wiesen in ein leuchten-gelbes Gewand.
Gemeinsam mit weidenden Kühen, denn diese fressen die Blumen und die gezähnten Blätter mit großer Begeisterung, weiß-blauem Himmel und einer barocken Kirche auf einem sanften Hügel, entsteht ein Bild von Bayern wie es kaum schöner sein könnte. Ökologisch betrachtet täuscht dieses Bild leider etwas,  da das starke Vorkommen der Maiblume aber auch auf eine Überdüngung der Wiesen hinweist.
Das schöne Wildgewächs findet auch als Bienenweide großen Anklang.
Oft ist es zu beobachten, daß Kinder aus ihren sonnenförmigen Blüten mit den langen, hohlen Stängeln lange Ketten und Armbänder basteln. Einfach einen kleinen Schlitz in den Stiel ritzen, einen weiteren Stängel bis zur Blüte durchstecken, den neu dazugekommenen Stiel ritzen und so weiter; bis ein wundervolles Geschmeide entstanden ist. Dann um den Hals hängen und schon haben wir kleine Wiesenköniginnen und -könige.
Und was hat es mit der Laternenblume auf sich? Ganz einfach!
Sobald das gold-gelbe Gewächs verblüht ist, steht eine flauschige Kugel wie eine kleine Laterne an der Spitze des Stängels. Unsere Wiesen und Weiden sehen aus, als hätten sie zur Feier des Frühlings viele kleine Lampignons angesteckt.
Kurze Zeit darauf verwandelt kurzes Pusten oder ein Windhauch die Laternenblume in die Pusteblume und unsere gesuchte Pflanze verteilt ihre filigranen Samen in alle Winde. Wie kleine Schirmchen schweben die zarten Kunstwerke bis zu unglaubliche 15 Kilometer weit im Wind.
Also, ja nicht ärgern, wenn die fragliche Pflanze mitten im gepflegten Rasen aufgeht. Der Öko-Nachbar ist nicht zwangsweise schuld.
Die Samenschirmchen wurden wissenschaftlich untersucht und dienten tatsächlich mit als Vorbild für die erfolgreiche Konstruktion von Fallschirmen.
Man sieht, die Natur ist oft der beste Lehrmeister.
„Bettsorcher“: Diese ungewöhnliche Umschreibung des oft in Massen vorkommenden wilden Krautes, erzählt sehr anschaulich von der Wirkung des Wildkrautes auf den menschlichen Körper. Denn auch viele Menschen schätzen die Blätter. Besonders die Zarten werden gerne im zeitigen Frühling in Salate als vitaminreiche und entschlackende Leckerei beigemischt. Den harntreibenden Effekt nutzte die Volksmedizin bei Gicht und rheumatischen Beschwerden.
In manchen Regionen wird das schöne Kraut noch etwas deftiger „Bettschisser“ gerufen. Auch hier beschreibt der Name auch ganz bildhaft die Reaktion mancher Genießer auf das Kräutlein. Es schaffte Abhilfe bei Verdauungsproblemen und wurde als mildes Abführmittel genutzt.
Erstaunlicherweise ist die Bezeichnung Bitterling nicht überliefert, denn die Blätter schmecken je nach Jahreszeit verschieden bitter – aber durchaus sehr lecker!
Diese wohltuenden Bitterstoffe sind es, die nicht nur die Verdauung, sondern auch den Appetit anregen.
Der Mund beginnt zu speicheln, der Magen gibt Verdauungssäfte ab und auch der Darm gewinnt an Beweglichkeit. Der gesamte Verdauungsapparat ist bestens gerüstet für ein gutes Essen.

Und schon erraten wer hier gefragt ist?

Natürlich den allseits bekanntenLöwenzahn!

Warum er Löwenzahn heißt?
Einfach mal genau die Blätter betrachten, aber das ist eine ganz andere Geschichte.


Wenn Sie wissen wollen, wie das mit dem "Löwenzahnhonig" auch ohne Bienen funktioniert, dann diesem Link (Rezepteseite) folgen.









Die Knoblauchrauke (Alliaria petiolata)



Die Knoblauchrauke, auch als Lauchhederich, Knoblauchhederich, Lauchkraut oder Bärentatze bekannt, führt im Gegensatz zu früher, in unseren Gärten heute ein eher betuliches Leben.


Das, im übrigen mit der Brunnen- und Gartenkresse verwandte Wildkraut, wurde in vergangenen Jahrhunderten als schmackhafte Gewürzpflanze in Bauerngärten kultiviert. Von hieraus verwilderte der Lauchhederich, wanderte aus den Gärten aus und erschloss sich neue Lebensräume im dörflichen und städtischen Gefüge.



Im frühen Frühjahr erkennt man den Kreuzblütler an zarten, nerenförmigen Blättern, die in einer Rosette stehen. Die matte Blattoberfläche und der Duft nach einer interessanten Mischung aus Knoblauch, Zwiebel und Schnittlauch unterscheidet die Bärentatze von anderen, zu dieser Zeit ähnlich aussehenden Wildkräutern.


Erst etwa ab April wachsen dann die Stängelblätter.                                      Diese entwickeln sich erstaunlicherweise nicht rundlich, sondern dreieckig bis herzförmig-spitz. Ihre Form erinnert an die bekannten Blätter der Brennnessel. Das völlig andere Aussehen der Stängelblätter erklärt sich mit ihren abweichenden Funktionen. So fangen die nierenförmigen Grundblätter im zeitigen Frühjahr möglichst viel Sonnenlicht ein,während die viel schmaleren Stängelblätter Platz für die kleinen, weißen und in kleinen Dolden wachsenden Blüten machen.


Mit diesem Wissen fällt es nun schon leichter die grünen Bärentatzen am Waldrand, in Laubwäldern, Hecken und Gebüschen, an Zäunen und oft auch auf Schuttplätzen oder Kahlschlägen zu entdecken.

Die unauffällige Wildpflanze liebt nährstoffreiche, lockere Böden und wächst gerne in Gemeinschaft mit den ebenfalls stickstoffverträglichen Brennnesseln und Giersch.

Das fügt sich zum Sammeln ganz wunderbar, denn all diese Wildkräutern lassen sich ganz fabelhaft für wohlschmeckende Speisen verwenden und auf hervorragende Weise kombinieren.

So empfiehlt sich ein frühlingshafter Wildkräuterquark auf knusprig frischem Bauernbrot. Hier besticht das Lauchkraut durch sein zartes, unaufdringliches Knoblaucharoma.


Seiner Beliebtheit als aromatische Küchen- und Heilpflanze verdankt

er es wohl auch, daß ihn europäische Siedler nach Nordamerika brachten und ihre Kräutergärten dadurch bereicherten. Mittlerweile ist dort das ursprünglich unbekannte Pflänzchen ebenfalls weit verbreitet.


Die keimtötenden, schleimlösenden, harntreibenden und blutreinigenden Eigenschaften der Knoblauchrauke werden bei Katarrhen der Atemwege und zur Entschlackung in der Alten wie auch der Neuen Welt in der Kräutermedizin genutzt.







Brennnessel (Urtica dioica)
Lassen Sie uns gleich zu Beginn ein dreifaches Hoch auf die oftmals so verwunschene Brennnessel ausbringen!

Denn jetzt ist die genau richtige Zeit mit einer vitalisierenden Frühjahrskur zu beginnen und dazu eignet sich praktisch nichts  besser als die Brennnessel.
Speziell ihre harntreibenden, entwässernden, stoffwechselankurbelnden und entschlackenden Eigenschaften machen hier die Brennnessel zum Mittel der Wahl.
Sollte sich der Winter wie heuer unendlich in die Länge ziehen, greifen Sie einfach auf getrockneten Brennnesselbätter zurück.

Ihr eigener Vorrat oder möglicherweise auch der gutsortierte Kräuterladen Ihres Vertrauens hilft hier weiter.
Zur Entschlackung wird allgemein ein Tee aus getrockneten Brennnesselblättern empfohlen. Kräuterkundige übergießen ein bis zwei Teelöffel Blätter mit kochendem Wasser, lassen den Tee etwa 10 Minuten ziehen, seihen ihn dann ab und trinken drei Tassen über den Tag verteilt. Hierbei wird immer angeraten, zu jeder Tasse Tee mindestens ein Glas Wasser zu trinken.
Die Kommission E, eine selbstständige, wissenschaftliche Sachverständigenkommission für pflanzliche Arzneimittel des
ehemaligen Bundesgesundheitsamtes und des heutigen Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, spricht der Brennnessel heilende Wirkung bei rheumatischen Beschwerden, Behandlung von entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege, Nierengrieß und gutartiger Vergrößerung der Prostata zu.

In der Volksmedizin finden sich noch viele weitere Anwendungsgebiete.
So wird sie eben unter anderem zur kurmäßigen Entschlackung, Stroffwechselanregung, Immunstimmulierung und bei Leber- und Gallenschwäche eingesetzt.
Sie soll auch bei Haarausfall und fettigem Haar helfen.


Interessant ist auch, daß die wohlschmeckenden, leicht nussigen Samen der Brennnessel potenzstärkenden Effekt haben sollen.
Pflanzliches „Viagra“ also!


Mit etwas Glück aber haben bereits die ersten lauen Frühlingstage für einen zarten Brennnesselaustrieb gesorgt. Mit diesen frischen Trieben haben Sie eine schier unendliche Fülle von Möglichkeiten Ihren aktuellen Speiseplan aufzuwerten. Die wertvollen Inhaltstoffe, wie  
                                                                                                           Kohlenhydrate, Fette, Eiweiß, Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine bereichern jede Mahlzeit.
Ich persönlich zum Beispiel liebe eine kräutrige Brennessellassagne. Für die Zubereitung verwende ich je zur Hälfte Spinat und Brennesselblätter. In Kombination mit Tomatenscheiben, Bechamelsauce, Parmesan und Nudeln entsteht daraus eine echte Köstlichkeit.
Sie können alle Gerichte, in denen Sie sonst Spinat verwenden, mit den tatsächlich spinatartigen, jedoch würziger schmeckenden Nesseln bereichern.
Kleiner Tipp: Sollte Ihnen bei der Ernte Giersch (Aegopodium podagraria) unter die Schere kommen – unbedingt mitnehmen!
Die aromatische Brennnessel und der milde, nach Gelbe Rüben duftende Giersch ergänzen sich in Gemüsegerichten hervorragend.
Mit etwas Phantasie lassen sich herrliche Speisen kreieren - Brennnesselködel, -spätzle, Pesto und vieles mehr.


Auch die Raupen vieler Schmetterlingsarten lieben und schätzen die brennende Nessel als Futter.
Ohne Nahrung für die Raupen bleibt später die schönste Schmetterlingsweide verlassen!


Also, wohl dem, der die Brennnessel im Garten stehen hat und sie auch stehen läßt!

Wie Sie ein leckeres Brennnesselpesto herstellen erfahren Sie hier:
Rezepteseite.





Vogelmiere (Stellaria media)


Wer am Valentinstag, dem höchsten Feiertag der Floristen,  Blumen schenken möchte,   kann sich natürlich in das Blumengeschäft seines Vertrauens begeben, dort weit gereiste, exotische Blüten aussuchen und damit seinen liebsten Menschen damit überraschen.                                                                                                                                     Origineller ist es jedoch auf ein Töpfchen mit dem heimischen            „Un“-kraut namens Vogelmiere zurückzugreifen.                                                                                                                                                           Die Vorteile liegen klar auf der Hand:                                                                                                                                                                              Es werden, bis ich meinen Liebesbeweis ins Haus gebracht habe,  kaum umweltschädliche CO2-Gase freigesetzt. Finde ich doch das unscheinbare Kräutlein in meinem eigenen Salatbeet im Garten,  grabe es mit meinen Händen aus und setze das Pflänzchen in einen hübschen Tontopf.                                                                                                                                                                                                              Weiters schenke ich mit dem auch Hühnerdarm genannten Kraut meiner Verehrten eine wertvolle Vitamin- und Mineralstoffquelle. Und was ist wichtiger als eine gute Gesundheit! Man stelle sich vor, 150 g dieser zugegebenermaßen auf dem ersten Blick etwas unscheinbaren Pflanze decken den gesamten Tagesbedarf an Vitamin C, Kalium und Eisen. Ebenso birgt die Vogelmiere doppelt so viel Calcium, ein Dreifaches an Kalium und Magnesium und sage und schreibe siebenmal soviel Eisen, wie der beliebte Kopfsalat. Von der zwei- bis achtfachen Konzentration an Vitamin A und C gar nicht zu sprechen.Das ebenfalls enthaltene Saponin gilt als schleimlösend. So wurde das Pflänzlein vom Pfarrer Kneipp als wirkungsvolles Mittel gegen Husten erkannt. Eine schöne Sache solch eine rundum gesunde und den gesamten Körper kräftigende Pflanze auf der winterlichen Fensterbank stehen zu haben.  Ich brauche nur nach Bedarf ernten.                                                                                                                                                                                                                               Natürlich stehen bei einem liebevollen Geschenk nicht nur Umweltschutz und Gesundheit im Fokus, sondern auch der Genuss. Schade, daß Sie die zarten und gleichzeitig saftig-knackigen Stängel des Krautes nicht jetzt gleich probieren können. Sie schmecken an sich zu jeder Jahreszeit saftig und frisch. Eine Erinnerung an Kopfsalat, jedoch aromatischer und eine Ahnung von jungen Maiskölbchen erobert den Gaumen. Praktischerweise können die gesamten oberirdischen Pflanzenteile genutzt werden. Lediglich bräunlich verfärbe Blättchen abzupfen und schon ist die Vogelmiere bereit um zu köstlichen Speisen verarbeitet zu werden. Sie gibt Salaten ein frisches Kräuteraroma, aber auch in Quark oder Suppen schmeckt sie sehr fein. Besonders zu empfehlen ist das Wildgemüse als spezielle Zutat für Pfannenkuchen. Besonders Kinder sind von der Grünfärbung und dem tollen Geschmack des Teiges überrascht und begeistert. Gefüllt mit einem Räucherforellenmousse und frischgestiftelten Gelbe Rüben sind die Pfannkuchen auch für Erwachsene ein Genuss.                                                                                                                                                                                                                           Sollten diese Pluspunkte noch nicht überzeugt haben, wird es Zeit das zarte Pflänzchen einmal genauer zu betrachten. Zuerst fallen die meist grasgrünen, über- und untereinander wachsenden, langen Stängel mit kleinen eiförmigen bis spitzen Blättchen auf. Nehmen Sie die Miere doch einmal unter die Lupe und Sie werden an einer Seite des runden Stängels eine feine Haarleiste entdecken. Sie zieht sich über die gesamte Länge des Stiels, ein sehr gutes Erkennungsmerkmal des Wildkrautes.      An dieser Leiste, so haben Wissenschaftler entdeckt, kann Wasser ohne vom rechten Weg abzukommen, direkt zur Wurzel laufen. Raffiniert nicht war?  Weiters sind die filigranen, weiße Blüten mit bis zum Grund gespaltenen Blütenblättchen zu sehen. Wie viele Pflanzen leben sie im Rhythmus der Tageszeit. Nur bei schönem Wetter, so gegen neun Uhr (sie sind bei allen positiven Eigenschaften keine Frühaufsteher) öffnen sich die Blüten. Schlechte  Witterungsbedingungen überdauern sie fest verschlossen.  Mit einem liebevollen und detaillierten Blick entdecken wir ein Kraut mit verborgener Schönheit.                                                                                                                                                                                                                              Sollte sich auf dem Fensterbrett kein Platz finden, passt sie auch ganz wunderbar als Unterpflanzung von Blumentöpfen. Hier dient die Vogelmiere ganz nebenbei noch als lebendiger Mulch. Schützt den Boden und zusätzlich die Zierpflanze vor allzu schneller Austrocknung.                                                                                                                                                                                                                          Jetzt stellt sich nur noch die Frage, bekomme ich dieses tolle Kraut denn nur her?                                   Es ist ganz einfach! Lediglich in den Garten hinausgehen und sich mit dem jetzigen Wissen und geschärften Blick die Blumen- und Gemüsebeete genau inspizieren und bestimmt werden Sie fündig.    Eigentlich begleitet uns die Wildpflanze schon seit der Jungsteinzeit, als unsere Vorfahren langsam sesshaft wurden und sich dem Ackerbau und der Viehzucht zuwandten. Die Vogelmiere liebt nun mal offene, bearbeitete und vor allem stickstoffreiche Böden. Und all das findet sie in der Nähe der Menschen.                                                                                                                                                                       Seit dieser Zeit ist das Kräutlein ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Speiseplans. 

Oft nimmt sie hierbei den Umweg als Futter für glückliche Freilandhühner, denn auch unser liebes Federvieh hat eine große Vorliebe für die gesunde Vogelmiere.    
                                                                                                                                                                       Also ein Kraut, aber in diesem Sinne beileibe kein Unkraut!                                     

Lust auf ein leckeres Rezept? Dann folgen Sie diesem Link: Rezepteseite.


                                                                           Zaubernuß (Hamamelis spec.)


Ja, was blüht denn da?                                                                                                                               Sehe ich denn wirklich richtig?                                                                                                               Zwischen den unbelaubten Zweigen eines Strauches entdecke ich filigrane gelbe Blüten.                                                                                                                                      Magisch angezogen muß ich sie genauer betrachten.               Ganz zarte, bändchenförmige, leicht gewellte und gedrehte Blütenblätter haben sich entrollt. Die vierzähligen leuchtend, gelben Blüten sitzen in kleinen Büscheln direkt an den Zweigen. Ein angenehm süßlich-herber Duft entströmt ihnen und erfüllt die Luft.  Mitten im Winter habe ich einen Hauch von Frühling gefunden!

Zaubernuss (Hamamelis spec.), ein wahrhaft treffender Name für so eine erstaunliche Pflanze.Sie blüht je nach Art und Klima von Dezember bis April. Zum Schutz ihrer Blüten hat die Zaubernuss einen höchst raffinierten Mechanismus entwickelt. Bei ungünstiger Witterung rollt sie einfach ihre Blütenblätter ein. Wird es wieder wärmer, entfaltet sie sie einfach wieder. Auf diese Weise vertragen die Blüten Fröste bis zum Minus 10 °C ohne Schaden zu nehmen.

Bei uns ist die ursprünglich aus Asien und Nordamerika stammende Zaubernuss vor allem als Ziergehölz in Gärten und Parks zu finden. Sie liebt sonnige, windschattige Lagen mit tiefgründige, humose Böden. Wichtige ist darauf zu achten, dass der baumartige Strauch nicht mit Staunässe und dem Wurzeldruck anderer Bäume zu kämpfen hat. Auch reagiert sie auf Rückschnitt sehr empfindlich.                                                                                                                                                    So kommt der langsam wachsenden Pflanze eine Solitärpflanzung sehr entgegen. Auf diese Weise kann sich die Zaubernuss im Laufe der Jahre sehr schön entwickeln und setzt sich als Eyecatcher, möglichst vor dunklem Hintergrund aus immergrünen Laubgehölzen oder Koniferen gepflanzt, auch mit ihrer prachtvollen Herbstfärbung wunderbar in Szene.

Alle Arten der Zaubernuss, vor allem die Japanische Zaubernuss (Hamamelis japonica) und die Chinesische Zaubernuss (Hamamelis mollis) sind als Ziergehölze in unseren Gärten mittlerweile häufig anzutreffen.

In der Heilkunde findet die nordamerikanische Virginische Zaubernuss (Hamamelis virginiana) Anwendung. Natürlich waren die ursprünglichen Bewohner Nordamerikas schon seit Langem mit der heilsamen und schönheitsfördernden Wirkung der Zaubernuss vertraut. Europäische Siedler übernahmen das Heilwissen. 


Seit dem wird sie als entzündungshemmendes und leicht blutstillendes Präparat unter anderem bei Durchfall und Erbrechen eingesetzt.                                                                                                        Besonders beliebt sind Hamamelisprodukte in der Naturkosmetik. Wird der Zaubernuss doch ein ausgesprochen positiver Effekt bei rissiger, spröder und übermäßig trockener Haut zu gesprochen. Auch soll sie interessanterweise leicht hautstraffend wirken.

Fazit: Für alle, die keine Freunde des langen und kalten Winters sind, ist die Zaubernuss jedes Jahr ein erstes Versprechen des Frühlings!




Fichte (Picea spec.)


Der hohe Tann, in Märchen und Sagen meist ein einsamer und unheimlicher Ort.  
Dort traf das Rotkäppchen auf den Wolf und Hänsel und Gretel verirrten sich in ihm.
Auch der alte Ausdruck der Gaunersprache: „Einen in die Fichten führen“, also jemanden hinter das Licht führen, deutet auf das eher ängstliche Verhältnis unserer Ahnen zum Nadelwald hin.

Jedoch sahen die Wälder früherer Zeiten ganz anders aus als                                                                     heutzutage. Die Fichte kam ehemals nurin Lagen über 800 m in    größeren Beständen vor. Sie trotzt auch extremen Winterfrösten und ist so als Gebirgsbaum bestens gerüstet.
Durch die Einlagerung von Kohlenhydraten in den Zellen erreicht sie eine Absenkung des Gefrierpunktes und hat zudem die Fähigkeit Photosynthese und Atmung, also Nahrungsaufnahme und Verbrauch fast vollständig einschränken zu können.
Fichten entwickeln, je nach Standort unterschiedliche Kronenformen. So wächst im Hochgebirge die außerordentlich schmale Spitzfichte. Ihr können auch hohe Schneelasten nur sehr wenig anhaben.
Erst seit ca. 200 Jahren wird die Fichte in tieferen Lagen kommerziell angepflanzt. Die Fichten-monokultur setzte sich rasch durch, überzeugte doch das schnelle Wachstum und die gerade, aufrechte, gut zu verarbeitende Statur des Baumes.
So wurde der natürliche Mischwald verdrängt und die frühere Artenvielfalt verlor sich.

Heute weiß man: „Willst Du Deinen Wald vernichten, pflanze nichts als Fichten!“.
Hohe Krankheitsanfälligkeit, Insektenbefall und Empfindlichkeit gegenüber Umweltseinflüssen sind die äußeren Zeichen des nicht artgerechten Standortes.
Das frühzeitige Absterben der Fichtennadeln machte uns in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts auf die hohe Konzentration der Luftschadstoffe aufmerksam. Das in dieser Zeit geprägte Schlagwort „Waldsterben“ begleitet uns bis zum heutigen Tage.

Jetzt in der kalten Jahreszeit, das Tageslicht nimmt immer mehr ab, die Natur scheint zu sterben, bleibt nichts als die Hoffnung auf ein neues Frühjahr mit Wärme und Fruchtbarkeit.
Doch wird es so kommen? Man wusste es einst nicht so genau.
So versuchten die Menschen die Sonnenkraft mit Lichtern und Kerzen zu stärken. Auch sollten böse Wintergeister, die die Dunkelheit halten wollten, vertrieben werden.
Immergrüne Pflanzen nahmen in diesen Zeiten eine besondere Stellung ein. Wurden sie doch nicht braun und vergingen. So symbolisierten sie die Wiederkehr des Lebens nach dem langen Winter.
Nach alten Quellen schmückten die Römer an den Saturnalien ihre Häuser mit Immergrünem. Germanen wie auch Kelten holten sich zur Wintersonnwende am 21. Dezember immergrüne Zeige in ihre Behausungen.

Die christliche Kirche übernahm im 4. Jahrhundert diesen Termin um die Geburt des Heilands zu feiern und mit ihr die Hoffnung auf eine bessere und friedliche Welt.
Die Tradition einen Christbaum in die Wohnung zu stellen ist allerdings viel jüngeren Datums.         Der erste schriftliche Nachweis weißt auf das Jahr 1539.
So stand im Straßburger Münster der erste noch lichterlose, bunt geschmückte Weihnachtsbaum.       In den protestantischen Regionen Mitteleuropas verbreitete sich der neue Brauch schneller als in katholischen. Kritiker verurteilten ihn jedoch lange Zeit als heidnisch.
Erst nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/1871 gelangte er ins gemeine Volk.
König Wilhelm sandte seinen Soldaten Fichten als Ermutigung an die Front. Nach Hause zurückgekehrt behielten die Veteranen diese Sitte bei.
Anfänglich war der Christbaum, sehr zur Freude der Kinder, mit Äpfeln, Nüssen und Zuckerkuchen geschmückt. Nachdem in thüringischen Glashütten eine Methode entwickelt wurde diese in funkelndem Glas nachzubilden, veränderte sich der Weihnachtsbaum nach und nach zu dem bekannten glitzerndem Gesamtkunstwerk.

Auch volksmedizinisch waren Nadelbäume, wie Fichten und Kiefernarten von großer Bedeutung. Es wurde meist nicht groß zwischen den einzelnen Arten unterschieden.
Hildegard von Bingen beschrieb die Fichte als das Sinnbild von Kraft und wertvolle Hilfe bei Viehseuchen. Auch Pfarrer Kneipp schätzte sie und verordnete frisches Fichtenharz in erbsengröße, unzerkaut geschluckt zur kräftigenden Anregung.
Die Fichtennadeln, man verwendet die jungen Triebe, gelten als schleimlösend, auswurf- und durchblutungsfördernd und muskelentspannend.
Sie werden u. a. bei Atemwegserkrankungen, Muskelverspannungen und Rheuma empfohlen und kommen als Inhalation und Badezusatz zur Anwendung.

Man sollte jetzt nicht denken, die Fichte dient nur als funkelnder Christbaum und natürliche Medizin, nein auch der Speisezettel lässt sich durch sie auf angenehme Weise bereichern.
Das junge Grün der Fichtenzweige, den sogenannten Maitrieb ernten.
Daraus lassen sich wunderbare Tees, aromatische Brotaufstriche und ein leckerer Likör herstellen. Der zitronenartige, nur sehr leicht harzige Geschmack überrascht immer wieder!



Schlehe (Prunus spinosa)


Endlich ist es soweit!
Der erste winterliche Frost hat die Schlehenfrüchte in eine herb-süße Köstlichkeit verwandelt. Während der mühsamen Ernte stecke ich mir immer wieder eine der blauen mit einer weißlichen Wachsschicht überzogenen Früchte in den Mund.
Sie ziehen den Mund leicht zusammen und regen den Speichelfluss an.
Eine Eigenschaft die schon früher von den Spinnerinnen genutzt wurde, um auf diese Weise immer ausreichend Speichel zum Befeuchten ihrer Spinnfäden zu haben.

Noch besser schmeckt mir das Schlehenfeuer, ein angesetzter Schlehenlikör. Er verlangt jedoch Geduld, um seinen vollen       Geschmack entwickeln zu können. Mindestes vier Monate Zeit benötigt er zum Reifen. Dann erst entwickelt sich eine unglaublich vollmundig    fruchtige Gaumenfreude.
Natürlich kann man aus den Beeren auch einen leckeren Schlehenaufstrich zu bereiten. Das Mus gilt als altbekanntes Stärkungsmittel und wurde bei Appetitlosigkeit im Alter oder nach schweren Krankheiten verordnet.
Aber glaubt mir, es schmeckt auch gesunden Menschen mit etwas    Butter auf einer frischen Semmel!

Der Schlehdorn wird als Stammpflanze aller heutigen Pflaumenbäume angesehen.
In Persien gelang es vor langer, langer Zeit die Schlehe mit ihren herben Früchten und den dornigen Zweigen mit der Kirschpflaume (Prunus cerasifera) zu kreuzen.
Als Ergebnis entstanden Bäume mit wesentlich süßeren und größeren Früchten.
Sie verbreiteten sich in der gesamten antiken Welt, wurden weiter veredelt und bis zur heutigen Zeit finden sich die Ergebnisse dieser weiterentwickelten Züchtungen in unseren Gärten.

Wie auch andere Heckenpflanzen, stand man der Schlehe etwas zwiespältig gegenüber.                 Einst war man froh über die schützende Eigenschaft der Hecke, sie umgaben die kleinen Siedlungen mitten in den Wäldern mit einem dornigen, undurchdringlichen Zaun.
Auch versorgte sie die Menschen mit Nahrung und wertvollen Heilmitteln.
So wurde der Schwarzdorn, wie auch andere weißblühenden Sträucher (Weißdorn, Holunder, Heckenrose) in vorchristlichen Zeiten als der Sitz der gütigen, die Familie schützenden Weißen Göttin gesehen.
Erst in späteren Jahrhunderten, als Pestepidemien ganze Landstriche entvölkerten hatten, geriet die Heckenpflege ins Hintertreffen. Unsere Ahnen begannen sich vor dem massiven, bedrängenden Wachstum der Hecken zu fürchten. Die segnende Weiße Göttin wurde vergessen oder zu unfreundlichen Geistern umgedeutet.
Nur langsam verliert sich dieser Glaube und es wird erkannt, daß die Hecken einen wertvollen Beitrag zur Landschaftspflege und Tierschutz leisten.

Die wertvollen Inhaltsstoffe der Schlehe wurden schon früh erkannt.
Ob der Steinzeitmensch „Ötzi“ bei seiner Alpenüberquerung die Früchte nur als Nahrungsmittel oder auch zu medizinischen Zwecken mitnahm ist nicht mehr zu klären.

Es wurden jedoch nicht nur die vitamin C-, flavonoid- und gerbstoffreichen Früchte volksmedizinisch eingesetzt, auch die Blüten und Rinde fanden ihre Anwendung.
So schwor Pfarrer Kneip auf die mild abführende und harntreibende sowie allgemein stoffwechselanregende Wirkung seines Schlehenblütentees. Er verordnete ihn bei Blase- und Nierensteinen und als Blutreinigungsmittel.
Pulverisierte Rinde mit ihrer astringierenden Wirkung verwendeten die Menschen ehemals zum Zähnputzen. Sie ist der Vorgänger der heutigen Zahnpasta.

Natürlich gibt´s auch dieses Mal wieder ein leckeres Rezept.                                                                  Einfach dem Link folgen: Rezepteseite.





Weißdorn (Crataegus)


Herbstzeit – Erntezeit!    

Dunkle, regenbeladene Wolken peitschen übers Land. Doch schon blinzelt wieder blauer Himmel durch die Wolken.                                                                             Und so leuchten die Früchte des Weißdornes zwischen dem noch grünen Laub feurigrot auf.
Angetan mit Regenjacke, Gummistiefel und meinem kleinen Sammelkörbchen mache ich mich vorsichtig      an die Ernte. Die spitzen Dornen des Strauches wehren allzu gierige Ernteversuche schnell ab.
Mit Bedacht zupfe ich die einzelnen Beeren.

Im Wissen, dass die mehlig, leicht süßlich schmeckenden Früchte für unsere Vorfahren als Mus gekocht oder getrocknet, gemahlen und zu Brot verbacken eine wertvolle Nahrungsquelle darstellten.

Die tiefe Verwurzelung des bis zu acht Meter hoch werdenden Strauches oder kleinen Baumes mit der Geschichte der Menschheit zeigt die Entdeckung eines ca. 3.500 Jahre alten Hetitischen Gebetes aus dem Zweistromland:

„Du bist der Weißdornstrauch;
Im Frühling kleidest du dich weiß,
zur Zeit der Ernte aber kleidest du dich blutrot.
Dem Schaf, das unter dir hinweggeht, rupfst du das Fell.
So ziehe auch von diesem Opfer,
das durch das Tor (deiner Hecke) geht,
Böses, Unreines und den Zorn der Götter weg.“

Bis vor nicht allzu langer Zeit wussten die Menschen nur wenig über die Entstehung von Krankheiten. Oft suchten sie die Ursache in Verwünschungen missgünstiger Mitmenschen. Hilfe erhofften sie sich mittels mächtiger Schutzzauber.
Der Weißdorn galt seit altersher, wohl aufgrund seiner Funktion als beschützende Hecke, wichtige Nahrungsquelle und seiner heilenden Wirkung als eine den Menschen wohlgesonnene Pflanze. Man sah den Weißdorn als Sitz von Elfen und guten Geistern an.
So trieben unsere Ahnen ihr Vieh durch Weißdornhecken, in dem Glauben Parasiten, Krätze, Räude und sogar böse Wünsche würden an den spitzen Dornen der Pflanze hängenbleiben. Aber nicht nur die wertvollen Nutztiere sollten von der behütenden Wirkung profitieren, auch Menschen mit allerlei Gebrechen krochen durch das Gebüsch und hofften so ihre Krankheiten an den Strauch abgeben zu können.
Zusätzlich trugen unsere Vorfahren gerne Weißdornamulette als Schutz gegen allerlei Unbill.

        Der Weißdorn oder auch Hagedorn war schon
        den Germanen und im antiken Griechenland
        als wirksame Heilpflanze
.
        Jedoch beschrieb erst der irische Arzt Dr. Green
        im 19. Jahrhundert die positive Wirkung des
        Weißdorns bei Herzbeschwerden.
        Seit dieser Zeit entwickelten sich
        Weißdornpräparate nicht nur volks- sondern auch
        schulmedizinisch als unter anderem wirksames
        Mittel gegen nervöse Herzrhythmusstörungen.
 
       Neuerdings erlangen die im Weißdorn enthaltenen

Flavonoide als Radikalenfänger Bedeutung in der Vorbeugung gegen Krebs.

                                                                                                                                                                         Die Früchte sind geerntet! Heute setzte ich einen feinen Likör an.
Etwas Geduld ist hier schon gefragt. In etwa sechs Monaten ist er reif.
Aber es lohnt sich!                                                                                                                                               Hier geht´s zum Rezept:
Rezepteseite




Hundsrose / Heckenrose (Rosa canina)

 Ein Männlein steht im Walde …

… ganz still und stumm,                                                                     

Es hat von lauter Purpur ein Mäntlein um.                                   Sagt, wer mag das Männlein sein                                              das da steht im Wald allein                                                         mit dem purpurroten Mäntelein.

Das Männlein steht im Walde auf einem Bein                         und hat auf seinem Haupte schwarz Käpplein klein,              sagt wer mag das Männlein sein,                                                                                                                      das steht im Wald allein                                                                                                                                mit dem kleinen schwarzen Käppelein?

Ja, um was handelt es sich in diesem althergebrachten Kinderlied von                                             August Hoffmann von Fallersleben blos?                                                                                                         Den Fliegenpilz? Aber wo trägt er nur sein schwarz Käpplein?                                                               Ich glaube des Rätselslösung ist die Hagebutte, die leuchtend rote Frucht der Rose!

Besonders schöne Hagebutten trägt ab dem Spätsommer die Hund-Rose (Rosa canina).                       Ihre eiförmigen Früchte, strahlen uns jetzt an Wald- und Wiesenrainen entgegen. Die lichtliebende und sehr genügsame Pflanze ist ein wichtiger Bestandteil unserer heimischen Naturhecke. Gemeinsam mit Schlehen, Weißdorn, Hasel und vielen anderen Pflanzen bietet sie Vögeln, Insekten und weiteren Wildtieren Schutz und Nahrung. Auch trägt eine gut gepflegte Naturhecke dazu bei, angrenzende Äcker vor Wind und  Bodenerosion zu schützen.                                                                                    Also, gesunde und vielfältige Hecken stehen im Interesse aller Beteiligen – Mensch und Tier! 

Und die Hunds-Rose garantiert nicht nur Schutz, sondern ihre auffallenden Früchte schmecken uns auch gut!  Getreu dem Motto „Die unten, gut zu erreichenden Hagebutten gehören mir, der Rest ist Verpflegung für die Heckenbewohner!“, geht’s ans pflücken.                                                                   Mir läuft schon im das Wasser im Munde zusammen, wenn ich an die unzähligen, ausgesprochen leckeren Gerichte denke, die ich aus ihnen zubereiten kann. Aber vor dem Vergnügen steht bekanntlich die Arbeit und das nicht zu wenig!                                                                                       Nach der Ernte werden die Hagebutten von Stielen und schwarzem Käppchen befreit, meist halbiert, in etwas Apfelsaft gekocht und durch ein Sieb passiert. Das ist sehr wichtig!                                      Die Kerne mit ihren unglaublich juckenden Härchen bleiben im Sieb zurück. Zum Glück, denn beim Essen würden sie unangenehm im Hals kratzen.                                                                                Bestimmt können Sie sich noch an den Spaß erinnern, die Härchen als Juckpulver in den Kragen anderer Kinder gestreut zu haben.                                                                                                              Die Hagebuttenkerne bitte jedoch nicht wegwerfen. Das wäre ausgesprochene Verschwendung, denn ein Kernlesetee überrascht mit einem ausgezeichneten Vanillearoma.                                         Außerdem spricht die Volksmedizin ihm eine mild harntreibende, somit entschlackende Wirkung zu. Die Kerne gab es als Semen Rosae“ oder Semen Cynosbati“ zur Behandlung von Stein- und Griesleiden in Apotheken zu kaufen.                                                                                               Allgemein bekannter ist der hohe Vitamin-C-Gehalt der Hagebutten. Mit über 250 mg auf 100 g übertreffen sie jede Zitrone bei weitem, nur die Früchte des ebenfalls einheimischen Sanddorns können hier mithalten. Vertraut mit der wohltuenden Wirkung der Hagebutte, beugten unsere Vorfahren so Erkältungskrankheiten vor.                                                                                        Ausgehend von dem oben beschriebenen Hagebuttenmus können viele feine Leckereien gezaubert werden. So läßt sich das leicht säuerliche Mus, eventuell mit einem Hauch Rosenwasser parfümiert, zu einem leckeren und farblich attraktiven Saucenspiegel zu duftigen Vanillenockerln verarbeiten.     Das Hagebuttenmus mit Gelierzucker aufgekocht, ergibt die beliebte Hagebuttenmarmelade.             Sie ist als Brotaufstrich einfach genial, erfreut aber auch als feine Kuchenfüllung den Gaumen.      Einfacher in der Zubereitung, man kann sich das aufwändige Passieren sparen, ist der Hagebuttenlikör. Super lecker!                                                                                                                      Sie merken schon, ich gerate ins Schwärmen!                                                                                            So, und jetzt hilft alles nichts, ich muß raus in die Natur um zu ernten, nur so kann ich meine Lieben und mich, mit selbstgemachten Delikatessen erfreuen!                                                                                                                                                                                                                                                           Lust auf feine Hagebuttenmarmelade?                                                                                                          Dann folgen Sie bitte dem Link (Rezepteseite)!



Vogelbeerbaum / Eberesche (Sorbus aucuparia)


Etwa 63 verschiedene Vogelarten, vor allem Amseln und auch etliche Säugetiere laben sich an seinen, botanisch korrekt, Scheinbeeren. Wie einer seiner vielen Namen verrät, lieben unsere
gefiederten Mitbewohner den Vogelbeerbaum, besonders seine
roten Früchte haben es ihnen angetan.


Leider ist ihre Vorliebe für die leuchtend roten Früchte den Gefiederten oft zum Verhängnis geworden. Bereits aus dem   antiken Griechenland ist die Verwendung der langen Zweige mit Beeren als Köder zum Vogelfang bekannt.

Auch in unseren Gefilden war es bis ins 19. Jahrhundert üblich den kargen Speiseplan mit Singvogelbraten aufzubessern. Die Jagd muss im 16. Jahrhundert in einem solchen Maß ausgeartet sein, dass sich viele Stimmen dagegen erhoben. Die bekannteste   darunter war die des Religionsstifters Martin Luther.          Heute sie die Singvogeljagd, zumindest in Deutschland, verboten.

Der Vogelbeerbaum war bei unseren Vorfahren nicht nur für die Vogeljagd sehr beliebt, sondern sie verglichen seine schnellwüchsige und anspruchslose Art mit dem Leben an sich.  Bei den Germanen wurde die Eberesche Quiecke genannt, das sich von quiqua, das lebendig bedeutet, ableiten lässt. In Norddeutschland war es ein oft geübter Brauch mit einem Vogelbeerzweig, einem Quickreis, Kälbern auf den Rücken zu schlagen. Dabei wurden Beschwörungsformeln und Sprüche aufgesagt und man glaubte die Kraft des Baumes auf das Tier zu übertragen. Schließlich sollte es zu einer gesunden und kräftigen Milchkuh heranwachsen.

Die Eberesche galt lange als glückbringender Baum.

  Vielleicht waren es nicht nur die Zauberkräfte, die man
  ihr zuschrieb, sondern auch ihre Bedeutung für die
  Ernährung unserer Vorfahren.
  So hat Kaiserin Maria Theresia im Jahr 1779 die
  Anpflanzung von Vogelbeerbäumen wegen ihrer Robustheit
  als Obstbäume in kalten Gegenden empfohlen.


Denn im Gegensatz zu der allgemein verbreiteten Meinung sind die Früchte des Vogelbeerbaumes nicht giftig!      

Nur in großen Mengen gegessen, wobei hier tatsächlich mehrere Kilos gemeint sind, verursachen sie Übelkeit und Erbrechen. Dazu wird es aber nur schwer kommen, da die Vogelbeeren frisch geerntet und roh ganz einfach scheußlich bitter-sauer schmecken.         Um zu einer wohlschmeckenden Mahlzeit zu kommen, bedarf es also einiger Vorbereitung.     Oft wird empfohlen, mit der Lese bis nach dem ersten Frost zu warten.                           Hier stößt man aber schnell auf Schwierigkeiten.                                                          Wie beschrieben, lieben auch Vögel die Früchte und haben bis im Oktober bereits ihren mächtigen Appetit gestillt, zudem beginnen die verbliebenen Beeren häufig noch am Baum zu faulen und verderben.

Viel besser ist es, die Früchte der Eberesche in der Zeit zwischen Mitte August bis Ende September zu ernten. Anschließend zupft man sie mit Hilfe einer Gabel von den kleinen doldenartigen Rispen, wäscht sie und sortiert faule, schwarze Beeren aus und friert sie für mindestens ein halbes Jahr ein.                                                                                     In dieser Zeit bauen sich die Gerb- und Bitterstoffe ab, die unbekömmliche Parasorbinsäure wird durch späteres Kochen zerstört.                                                                          Aus den so vorbereiteten Früchten lassen sich zum Beispiel feine leicht herb schmeckende Aufstriche und Nachspeisen zubereiten.

Sollten Sie das Glück haben und in Ihrem Garten oder Umgebung wächst eine             Mährische-Vogelbeere (Sorbus aucuparia var. moravica), können Sie auf die vorbereitenden Maßnahmen verzichten und gleich mit dem Verarbeiten loslegen, denn diese besitzt weder Gerb- und Bitterstoffe noch Parasorbinsäure.                                                         

Der hohe Vitamin C-Gehalt, im Übrigen höher als bei Zitronen, und auch weitere wertvolle Inhaltsstoffe wie Flavonoide, Mineralstoffe und Fruchtsäuren unterstützen so nicht nur im Winter unsere Gesundheit. Volksmedizinisch wurde die Vogelbeere bei Erkältungskrankheiten, der Vitamin C-Mangelkrankheit Skorbut, Gicht und Rheuma eingesetzt.                         Sänger und Redner beschreiben ihre reizlindernde Wirkung und halten mit ihrer Hilfe die Stimmbänder geschmeidig.

Auch lässt sich aus den Früchten der Eberesche ein wertvolles Vogelfutter für die Winterzeit herstellen. Einfach die getrockneten Beeren solange in geschmolzenem Kokosfett ziehen lassen bis sie vollgesogen sind. Nach dem Erkalten portionsweise im Vogelhäuschen auslegen.

Also eine rundherum feine Sache.                                                                                 Um einen Eindruck zu vermitteln, dass die Vogelbeeren nicht nur gesund sind, sondern auch fein schmecken habe ich heute eine Vogelbeercreme nach dem                                           Buch „Delikatessen am Wiesenrand“ von Dr. Brigitte Klemme und Dr. Dirk Holterman mitgebracht.                                                                                                           Hier geht´s weiter zum Rezept: Rezepteseite







Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria)


Nein, nicht das hübsche, liebliche Mägdelein ist namensgebend für diese wunderschöne Pflanze, obwohl der intensive Duft nach Honig und Mandeln und das elegante Erscheinungsbild der Blüten diese Assoziation durchaus zulässt.  

Nicht umsonst wird das Mädesüß in Frankreich die   "Wiesenkönigin - Reine de Pres" genannt.                         Momentan überzieht es Bachufer und feuchte Wiesen mit einem Teppich cremefarbiger Blüten.                                              Von Nahem betrachtet erinnern die einzelnen dichten Blütenstände an duftige Zuckerwatte. Zum Reinbeissen!                             Doch stopp, auch viele Insekten finden das reiche Nektar- und Pollenangebot auß

erordentlich verlockend; und so finden sich Falter, Fliegen und vorallem kleine schwarze Käfer zum Schlemmen ein.                                                                                  Aber nicht nur die Tierwelt hat die Wohltaten des Mädesüß erkannt, auch die Menschen früherer Zeiten nutzten das Kraut zu ihrem Besten.

So entdeckten unsere Ahnen, daß Mädesüßblüten bereitwillig ihr süßliches Aroma abgeben.   Eine sehr beliebte Eigenheit, um Met, den zuweilen etwas fade schmeckenden Heldentrunk der Germanen, eine zusätzliche honigartige Würze zu verleihen.                                               Als Nebeneffekt sorgten weitere Inhaltsstoffe des Krautes für eine wesentlich bessere Haltbarkeit des Honigweines. Sehr wichtig in Zeiten ohne Kühlschrank.                            Zur Ehre der Pflanze wurde ihr, der heutzutage etwas sonderbar klingende Name Mädesüß, also "Met-Süße" verliehen.

  Aber nicht nur der Duft und die konservierende Eigenschaft,
  schätzten unsere Vorfahren, sondern sie erlernten auch, daß
  sich mit dem Mädesüßkraut schmerzlindernde,
  entzündungshemmende und harntreibende Heilmittel zubereiten
  lassen.
  Sie wurden bei Erkältungskrankheiten, Blasen- und
  Nierenleiden, aber auch bei Stoffwechselerkrankungen wie Gicht
  und Rheuma angewendet.

Heute weiß man, daß die Staude Salicylsäure enthält. Ein Wirkstoff, der in einer chemisch abgewandelten Form im weltberühmten Schmerzmittel Asprin enthalten ist.

Ob das im Zusammenhang steht, daß Kühe angeblich mehr Milch geben, wenn sie von ihrem Bauern einen Tee aus Mädesüßblüten zu trinken bekommen, kann ich nicht sagen.                  Liebe Leser, hier freue ich mich schon auf Ihre Erfahrungsberichte.                      (monika.engelmann@die-pickelmuehle.de)

Da wir aber zum Glück nicht krank, sondern höchstens genußsüchtig sind, geht es hier zu meinem leckeren Mädesüßrezept (Rezepteseite).




Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)


Momentan verrät er sich schnell, der Schwarze Holunder.
Seine großen tellerförmigen weißen Blüten mit dem
süßlich eigenwilligen Duft lassen den bis zu 11 m
hohen Strauch schon von weiten erkennen.
Man findet ihn als Unterwuchs humusreicher Laub- und Nadelwälder, er ist aber auch häufig in Hecken, an Zäunen,
in verwilderten Parks und Gärten und nicht zuletzt auch an alten Häusern und Gehöften anzutreffen.
Das hat auch seinen guten Grund. Nicht umsonst galt der Schwarze Holunder als die "Apotheke des kleinen Mannes". Schon früh hatte man erkannt, daß alle Pflanzenteile Wirkung auf den menschlichen Organismus haben. So wurden die getrockneten Blüten als schweißtreibender Tee, gerne auch mit Lindenblüten kombiniert bei fiebrigen Erkältungskrankheiten aufgebrüht und der gekochte Saft reifer Holunderbeeren als entzündungshemmendes und gesunderhaltendes Mittel getrunken.
Auch der Rinde sprach im Mittelalter der Gelehrte Albertus Magnus Wirksamkeit zu.
  Nach seiner Beobachtung mußten jedoch unbedingt folgende  
  Regeln eingehalten werden. Als abführendes Mittel wirkte die
  innere Rinde angeblich nur, wenn sie von oben nach unten vom
  Zweig geschabt wurde, von unten nach oben
geschabt, sollte sie
  als Brechmittel dienen.
 
Der Schwarze Holunder wurde früher so geachtet, daß es verboten war den Strauch  abzuholzen. Es entwickelte sich in dieser Zeit der Spruch: "Vor Holunder soll man den Hut abziehen, und vor Wacholder die Knie beugen."
  Aber auch in der heutigen Zeit hat der Schwarze Holunder seine
  gesundheitsfördernde Bedeutung nicht verloren.
  Es werden hauptsächlich die getrockneten Blüten angewendet.
An einem sonnigen Tag möglichst zur Mittagszeit kann also zur Ernte geschritten werden.
Ob als feiner Holunderblütensirup, -sekt, -essig, oder als Blütengelee, Hollerkücherl oder zur Bevorratung als Gesundheitstee, der Holunder bietet zahlreiche Verarbeitungsmöglichkeiten.

... und hier geht`s zu den knusprigen Hollerkücher: Rezepteseite.